Nationale Risikonanalyse «Katastrophen und Notlagen Schweiz» (KNS)
Das übergeordnete Ziel der nationalen Risikoanalyse «Katastrophen und Notlagen Schweiz» (KNS) ist das Bereitstellen risikobasierter Planungsgrundlagen für Organisationen, die strategisch oder operativ für die Bewältigung von Katastrophen und Notlagen zuständig sind.
Ziele, Nutzen und Vorgehen
Organisationen, die sich mit der Bewältigung von Katastrophen und Notlagen beschäftigen, sind mit einem vielfältigen und breiten Spektrum von Schadensereignissen konfrontiert. Die Bewältigung solcher Ereignisse muss organisiert und geplant werden.
Die nationale Risikoanalyse «Katastrophen und Notlagen Schweiz» (KNS) bietet eine systematische Übersicht über das Gefährdungspotential von möglichen Katastrophen und Notlagen in den Bereichen Natur, Technik und Gesellschaft. Das Hauptziel dabei ist die Bereitstellung von risikobasierten Planungsgrundlagen für Organisationen, die strategisch oder operativ für die Bewältigung von Katastrophen und Notlagen zuständig sind. Dafür steht eine transparente, vergleichende Risikoübersicht im Vordergrund.
Diese Übersicht bildet eine wichtige Grundlage für den Dialog über alle relevanten Risiken und für eine umfassende Risikobeurteilung. Auf dieser Basis können Entscheide zu möglichen Massnahmen zur Risikominderung und deren Priorisierung getroffen werden. Dadurch lassen sich die Massnahmen im Katastrophenmanagement der Schweiz im Sinne eines integralen Bevölkerungsschutzes besser aufeinander abstimmen.
Mit KNS schafft das Bundesamt für Bevölkerungsschutz BABS somit Grundlagen für die vorsorgliche Planung und Ereignisvorbereitung auf allen staatlichen Ebenen.
Das Vorgehen der nationalen Risikoanalyse besteht aus drei Teilschritten: i) Risikoidentifikation und Auswahl Gefährdungen; ii) Entwicklung von Szenarien und Risikoanalyse; und iii) Risikobewertung und Risikodarstellung. Für die Risikobewertung wird ein Delphi-Verfahren – die Expertenerhebung – angewendet, um die Wahrscheinlichkeit bzw. Plausibilität sowie das Schadensausmass der Szenarien mit der Intensität «gross» einzuschätzen. An der nationalen Risikoanalyse KNS 2025 haben rund 270 Fachpersonen über die gesamte Analyse hinweg mitgewirkt.
Verschiedene Produkte
Katalog der Gefährdungen - Katastrophen und Notlagen Schweiz 2025
Der Gefährdungskatalog listet für den Bevölkerungsschutz relevante Gefährdungen auf, die in der Schweiz möglich sind oder erhebliche Auswirkungen haben können und sich von Alltagsereignissen zu Katastrophen und Notlagen entwickeln können.
Methode zur nationalen Risikoanalyse – Katastrophen und Notlagen Schweiz 2025
Der Methodenbericht beschreibt das Vorgehen der nationalen Risikoanalyse und die Methodik der Risikobewertung. Er gewährleistet, dass Gefährdungen systematisch, vergleichbar und nachvollziehbar analysiert werden.
Bericht zur nationalen Risikoanalyse – Katastrophen und Notlagen Schweiz 2025
Der Risikobericht präsentiert die detaillierten Ergebnisse der nationalen Risikoanalyse. Er dient als Grundlage für weiterführende Diskussionen und unterstützt die strategische Nutzung sowie die Weiterverwendung der gewonnenen Erkenntnisse.
Sammlung der Gefährdungsdossiers - Katastrophen und Notlagen Schweiz 2025
Zu jeder in der nationalen Risikoanalyse untersuchten Gefährdung entsteht ein Dossier mit Definition, Beispielen, Einflussfaktoren, Szenario, Bewertung und Grundlagen. Alle Dossiers sind in einer gemeinsamen Sammlung zusammengeführt.
Welche Risiken gefährden die Schweiz ? Katastrophen und Notlagen Schweiz 2025
Die Broschüre informiert die breite Öffentlichkeit über die nationale Risikoanalyse und ihre Produkte. Sie stellt zentrale Ergebnisse vor und zeigt, wie die gewonnenen Erkenntnisse in verschiedenen Bereichen Anwendung finden.
Haupterkenntnisse der nationalen Risikoanalyse
Die nationale Risikoanalyse KNS 2025 hat eine Vielzahl relevanter Erkenntnisse hervorgebracht, die im Risikobericht umfassend dargestellt sind. Hier eine Auswahl zentraler Ergebnisse:
- Die Szenarien zu den Gefährdungen Pandemie und Strommangellage stellen die grössten Risiken dar – sie haben sowohl ein erhebliches Schadensausmass wie auch eine hohe Eintrittswahrscheinlichkeit. Zu den «Top 5» gehören ebenfalls Andrang Schutzsuchender, Stromausfall und Trockenheit.
- Die Szenarien zu den Gefährdungen bewaffneter Konflikt, Pandemie und Erdbeben weisen das höchste Schadensausmass auf.
- Die grössten Umweltschäden sind bei den Szenarien zu den Gefährdungen Sturm und Trockenheit zu erwarten, da sie Ökosysteme langfristig schädigen, Wälder zerstören und die Widerstandsfähigkeit der Vegetation erheblich stören.
- Die höchsten wirtschaftlichen Schäden sind von den Szenarien zu den Gefährdungen bewaffneter Konflikt, Erdbeben und Strommangellage zu erwarten.
- Bei den meisten Gefährdungen ist der Strassen- und Schienenverkehr am häufigsten von Engpässen und Unterbrechungen betroffen.
Ebenfalls das Rettungswesen kommt – beispielsweise bei Gefährdungen mit einem Massenanfall an Verletzten (MANV) – an seine Grenzen. - Die Ordnung und innere Sicherheit werden vor allem aufgrund von mutwilligen Ereignissen – meist Anschlagsszenarien – eingeschränkt.
- Bei 29 der 44 untersuchten Gefährdungen kommt es zu einer Schädigung und dem Verlust von Kulturgütern.
Erkunden Sie alle 44 Gefährdungen auf der interaktiven Risikomatrix.
Wissenswertes – FAQ
KNS 2025 bietet einen systematischen Überblick über Gefährdungen, die die Schweiz betreffen können. Sie zeigt auf, welche Risiken mit Naturereignissen, technischen Störungen oder gesellschaftlichen Entwicklungen verbunden sind – und wie hoch deren Schadenspotenzial eingeschätzt wird. In dieser Rubrik beantworten wir häufig gestellte Fragen zu KNS 2025, zu ihrer Methodik, den erarbeiteten Szenarien sowie zur Bedeutung der Ergebnisse für den Bevölkerungsschutz in der Schweiz.
Frühere Arbeiten zur nationalen Risikoanalyse
Risikomatrix und Gefährdungsdossiers
Die nachfolgende Risikomatrix zeigt alle nicht-mutwilligen Gefährdungen. Sie basiert auf der erwarteten Häufigkeit (einmal in x Jahren) und den geschätzten Gesamtschäden (in Milliarden Franken) der im Dossier beschriebenen Szenarien «gross». Je weiter rechts ein Szenario in der Matrix erscheint, desto grösser sind die zu erwartenden Schäden, je weiter oben desto höher ist die Eintrittswahrscheinlichkeit, je weiter oben rechts, desto grösser das Risiko.
Wechselbeziehungen zwischen Gefährdungen
Gefährdungen treten nur selten für sich allein auf. Oft greifen Ereignisse ineinander: Ein Ereignis kann ein anderes auslösen, bestehende Risiken verstärken oder eine Kette von weiteren Gefährdungen in Gang setzen. Solche Wechselbeziehungen führen zu deutlich grösseren Auswirkungen als zunächst erwartet.
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