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Veröffentlicht am 26. Februar 2026

Wechselbeziehungen zwischen Gefährdungen

Gefährdungen treten nur selten für sich allein auf. Oft greifen Ereignisse ineinander: Ein Ereignis kann ein anderes auslösen, bestehende Risiken verstärken oder eine Kette von weiteren Gefährdungen in Gang setzen. Solche Wechselbeziehungen führen zu deutlich grösseren Auswirkungen als zunächst erwartet.

Es lassen sich verschiedene Arten von Wechselbeziehungen zwischen Gefährdungen unterscheiden:

  • Auslösende Beziehungen (engl.: triggering): Ein Ereignis löst eine oder mehrere andere Gefährdungen aus. Die ausgelösten Gefährdungen können wiederum weitere Gefährdungen in Gang setzen. Beispielsweise kann ein Sturm einen Stromausfall verursachen, der wiederum zu einem Ausfall des Mobilfunks führt.
  • Verstärkende Beziehungen (engl.: amplifying): Eine Gefährdung kann die Wahrscheinlichkeit und/oder das Ausmass künftiger Gefährdungen verstärken. Beispielsweise erhöht Trockenheit die Wahrscheinlichkeit von Waldbränden.
  • Kumulative Beziehungen (engl.: compound): Zwei oder mehr Gefährdungen können gleichzeitig oder zeitnah auftreten und/oder dieselbe Region treffen. Dies auch unabhängig voneinander, d.h. ohne kausalen Zusammenhang. Beispiele hierfür sind ein Stromausfall, der mit einer extremen Kälteperiode zusammenfällt, ein Erdbeben während einer Pandemie oder ein Sturm, der während eines bewaffneten Konflikts zusätzliche Schäden verursacht.

Diese drei Arten von Wechselbeziehungen können auch in Kombination auftreten und zu komplexen Multigefahrensituationen führen.

Die interaktive Grafik zeigt mögliche Wechselbeziehungen der 44 Gefährdungen von KNS 2025 auf. Dabei stehen die ersten beiden Arten (auslösende und verstärkende Beziehungen) im Vordergrund. Sie sind in der interaktiven Grafik kombiniert dargestellt. Die dritte Art «kumulative Beziehungen» wurden nicht berücksichtigt, da hier die Kombinationsmöglichkeiten sämtliche Gefährdungen betreffen.

Die Grafik zeigt somit für jede Gefährdung (a) mögliche Auslöser und Verstärker von der Gefährdung und (b) mögliche ausgelöste Folgeereignisse und verstärkende Auswirkungen. Je dicker die Linie zwischen den Gefährdungen, umso stärker ist die (Wechsel-)Beziehung. Je grösser ein Kreis, desto grösser ist der Einfluss der Gefährdung. Das heisst, sie löst mehr Gefährdungen aus oder verstärkt diese. Mehr Informationen sowie eine detaillierte Übersicht der Wechselbeziehung findet sich im Risikobericht.

Eine interaktive Grafik zeigt mögliche Wechselbeziehungen der 44 Gefährdungen von KNS 2025 auf. Dabei stehen die ersten beiden Arten (auslösende und verstärkende Beziehungen) im Vordergrund. Sie sind in der interaktiven Grafik kombiniert dargestellt. Die dritte Art «kumulative Beziehungen» wurden nicht berücksichtigt, da hier die Kombinationsmöglichkeiten sämtliche Gefährdungen betreffen.
Klicken Sie hier um auf die interaktive Grafik zu gelangen. Die Grafik öffnet sich in einem separaten Fenster.

Lesehilfe anhand von Beispielen:

  • Erdbeben: Erdbeben können viele weitere Gefährdungen auslösen oder verstärken, besonders im Bereich der technischen Gefährdungen. Ein Erdbeben kann aber auch durch einen Meteoriteneinschlag ausgelöst werden.
  • Trockenheit: Hitzewellen wirken als starker Treiber der Verdunstung. In Kombination mit ausbleibenden Niederschlägen kann dies zu einem Wasserdefizit führen, das sich über längere Zeiträume zu ausgeprägter Trockenheit entwickelt. Gleichzeitig verstärkt Trockenheit weitere Risiken, indem sie bespielsweise die Wahrscheinlichkeit von Waldbränden erhöht.
  • Stromausfall: Stromausfälle können verschiedene Ursachen haben. Sie können durch einen Sturm, Erdbeben oder auch durch Cyberangriffe ausgelöst werden. Wiederum können Stromausfälle weitere Gefährdungen auslösen wie beispielsweise einen Mobilfunkausfall.