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Veröffentlicht am 8. November 2023

Führungs- und Einsatzkommunikationssysteme

Polycom: das Sicherheitsfunknetz der Schweiz

Polycom ist das flächendeckende Sicherheitsnetz Funk der Behörden und Organisationen für Rettung und Sicherheit (BORS). Es ermöglicht den Funkkontakt innerhalb wie zwischen den verschiedenen Organisationen Grenzwacht, Polizei, Feuerwehr, sanitätsdienstliches Rettungswesen, Zivilschutz und unterstützende Verbände der Armee. Sämtliche BORS des Bundes, der Kantone und der Gemeinden können heute über eine einheitliche und homogene Infrastruktur Funkgespräche sowie Daten übertragen. Aufgebaut wurde das Sicherheitsnetz schrittweise mit Teilnetzen unter der Leitung des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz (BABS).

Werterhaltung von Polycom bis 2030

Das BABS sieht sich in der Pflicht, die bestehende von rund 55’000 Nutzern tagtäglich genutzte Kommunikationsinfrastruktur nachhaltig in die Zukunft zu führen. Ein grosser Teil der im System Polycom genutzten Komponenten ist mehr als zehn Jahre in Betrieb und muss aufgrund des Technologiewandels erneuert werden. Das Projekt Polycom 2030 soll die Nutzung bis 2030 sicherstellen und für eine nachhaltige Werterhaltung des Gesamtsystems sorgen. Mit dem Umbau von Time Division Multiplexing (TDM) auf die IP-Technologie kann die Funktionsfähigkeit bis mindestens 2030 sichergestellt werden. Nach diesem Schritt wird das System Polycom auf dem sicheren Datenverbundsystem (SDVS) basieren.

Kompetenzzentrum Ausbildung Polycom

Das Kompetenzzentrum Ausbildung Polycom (KAP) in Schwarzenburg bietet Ausbildungen an, die zur Konfiguration und zum Betrieb sowie für die Ausbildung der Endgerätebenutzer notwendig sind. Das Ausbildungsangebot ist modular aufgebaut und kann exakt den spezifischen Kundenbedürfnissen angepasst werden.

Sicheres Datenverbundsystem SDVS

Fundament für das sichere Datenverbundsystem stellt das sichere Datenverbundnetz ergänzt durch den IP-Zugang (SDVN+) dar. Das SDVN+ soll rund 120 Nutzerstandorte bei den Kantonen, Bund und den Betreibern der kritischen Infrastrukturen breitbandig verbinden. Das SDVN+ basiert auf dem Optischen Behördennetz Bund (OBNB), das in der Strategie Netzwerke des Bundes dargelegt ist.

Insbesondere im Falle einer Katastrophe oder Notlage soll das SDVN+ den breitbandigen Datenaustausch zwischen den Partnern im Bevölkerungsschutz sicherstellen. Angeschlossen werden Führungsorgane und Sicherheitsbehörden von Bund und Kantonen, dazu Einsatzorganisationen wie die Einsatzzentralen der Kantonspolizeien und auch die Armee sowie Betreiber von kritischen Infrastrukturen. Dank einer Notstromversorgung der gesamten Netzinfrastruktur soll der Betrieb für mindestens 14 Tage gewährleistet sein. Durch die Isolation von allen anderen Netzen, beispielsweise dem Internet, soll zudem der Schutz vor Cyber-Angriffen signifikant erhöht werden. Das Netz soll aber auch für sicherheitsrelevante Anwendungen in der normalen Lage benutzt werden können.

Kontakt

Bundesamt für Bevölkerungsschutz BABS
Guisanplatz 1B
CH - 3003 Bern