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Zivilschutz Aargau: Mobile Impfteams für den "Kanton der Regionen"

Der Kanton Aargau nutzt mobile Impfteams, um in Altersheimen und Behinderteneinrichtungen Risikopersonen und Betreuungspersonal gegen COVID-19 zu impfen. Die Teams bestehen aus medizinischen Fachpersonen und Zivilschützerinnen/Zivilschützern. Seit Mitte Januar sind zehn Teams parallel im Einsatz, um die Impfkampagne an rund 200 Impfstandorten durchzuführen.

29.01.2021 | Kommunikation BABS

Vielseitiger Zivilschutz: Die Eingangskontrolle in diesem Heim übernehmen Angehörige der Zivilschutzorganisation oberes Fricktal. Im Hintergrund ein Zivilschützer des mobilen Impfteams und medizinische Praxisassistentinnen des Heims. (Bild: Abteilung Bevölkerungsschutz und Militär, Kanton Aargau)

Als "Kanton der Regionen" hat sich der Kanton Aargau für ein personell und logistisch anspruchsvolles Impfkonzept für die erste Phase der COVID-19 Impfkampagne entschieden: Geimpft wird in Alters- und Pflegeheimen, Behinderten- und weiteren Einrichtungen im ganzen Kanton, mobile Teams bringen Personal und Material vor Ort.

Jedes der mobilen Impfteams besteht aus drei Personen: einer medizinischen Fachperson, welche aus einem Personalpool des Kantons rekrutiert wird, einer Fachperson Dokumentation, welche die korrekte Registrierung der applizierten Impfdosen überwacht und für die Qualitätssicherung zuständig ist, und einer Unterstützungsperson, welche als Fahrer/in fungiert und Logistikaufgaben übernimmt. Dokumentation und Unterstützung sind Aufgaben, welche Angehörige des Zivilschutzes übernehmen.

Die mobilen Impfteams arbeiten eng mit dem Fachpersonal vor Ort zusammen. Ihr Einsatz umfasst rund 200 Heime und Einrichtungen, an denen je zweimal eine Impfaktion durchgeführt wird. (Bild: Abteilung Bevölkerungsschutz und Militär, Kanton Aargau)

Komplexer Ablauf

Jeder Einsatz eines Impfteams beginnt mit der Entgegennahme der richtigen Menge Impfdosen, von Impfutensilien sowie einer Notfallausrüstung "Allergische Reaktion" im Kantonsspital Aarau oder Baden. Danach steuert das Team, bei grösseren Einrichtungen unterstützt durch weitere Teams, ein Heim oder eine andere Einrichtung irgendwo im Kanton an. Das dortige Personal hat den Einsatz vorbereitet, hat Impfwillige registriert und den Impfablauf vor Ort vorbereitet. Nach einem Briefing mit dem lokalen Personal beginnt die Impfaktion, die je nach Grösse des Heims oder der Einrichtung höchstens einen Tag dauert. Das geschulte Personal des Heims hilft mit beim Verabreichen der Impfungen. Geimpft werden alle impfwilligen Personen, welche zur Risikogruppe gehören, sowie das Personal, welches die Risikopersonen betreut; dies nach den Vorgaben des Bundesamtes für Gesundheit (BAG). Abhängig von der Grösse der Einrichtungen und dem verfügbaren Impfpersonal, können pro Tag von den zehn Teams bis zu 800 Impfdosen verabreicht werden. Der Einsatz endet mit einem Debriefing vor Ort und dem Retournieren der leeren Vials und des Kühlbehälters, in dem der Impfstoff transportiert wird, in der Pharmazie des jeweiligen Kantonsspitals. Das Fahrzeug wird an den zentralen Stützpunkt in Wohlen zurückgebracht.

Die Angehörigen des Zivilschutzes übergeben die 400 Impfdosen, das für die Impfungen notwendige Verbrauchsmaterial und die Notfallausrüstungen dem zuständigen Arzt des Heims (Bild: Abteilung Bevölkerungsschutz und Militär, Kanton Aargau)

Hohe Einsatzanforderungen

Der Einsatz im mobilen Impfteam zeigt einmal mehr die Flexibilität des Zivilschutzes. Entwickelt wurde das Impfkonzept von den Profis der Abteilung Militär und Bevölkerungsschutz zur Unterstützung der Abteilung Gesundheit, die für die Covid-Impfungen verantwortlich ist. Die Angehörigen des Zivilschutzes stellt die Zivilschutzorganisation Aargau Ost. Die aufgebotenen Angehörigen des Zivilschutzes (AdZS) werden jeweils am Montag zuerst einen halben Tag für ihre Aufgabe geschult. Zentral für den Auftrag ist, dass alle Tätigkeiten mit vielen beteiligten Stellen exakt ineinandergreifen. Dem Einsatz der Zivilschützer/innen und der medizinischen Fachpersonen geht das aufwendige Verfahren zur Feststellung der Anzahl Impfwilliger, zur Festlegung von Datum und Ablauf und zur Einsatzplanung voraus. Die dabei abgemachten Fixpunkte und -zeiten müssen strikt eingehalten werden. Bei der Datenqualität ist höchste Sorgfalt angezeigt. Es muss sichergestellt sein, dass alle verabreichten Impfungen verzeichnet sind, da für einen wirksamen Impfschutz eine zweite Impfung in einem vorgeschriebenen Zeitrahmen notwendig ist. Trotz sorgfältiger Planung braucht es dabei auch die Flexibilität, um auf Gegebenheiten vor Ort reagieren zu können. Der knappe Impfstoff kann, sobald die Kühlkette unterbrochen wird, nicht retourniert werden. Wenn einzelne geplante Impfungen ausfallen, werden darum auch Personen geimpft, die im Impfplan erst mit zweiter Priorität eingeplant sind. Auch die Einhaltung der Hygienemassnahmen ist zentral, um die Bewohner/innen der Heime, das beteiligte Personal und die mobilen Impfteams selber zu schützen.

Während der Vorbereitung der Impfdosen arbeiten die medizinischen Fachpersonen Hand in Hand mit den Zivilschützern zusammen (Bild: Abteilung Bevölkerungsschutz und Militär, Kanton Aargau)

Dank Flexibilität ein unverzichtbarer Partner

Der Einsatz im Impfteam dauert für die AdZS in der Regel ein bis zwei Wochen. Nach der Erstausbildung können die Personen später auch tageweise zum Impfeinsatz eingeteilt werden. Die ersten Erfahrungen seit Mitte Januar sind sehr positiv. Die Abläufe haben den Praxistest bestanden. Die Zusammenarbeit klappt, die Impfwilligen schätzen es, dass die Impfung in vertrautem Rahmen im eigenen Heim von den bekannten Pflegepersonen durchgeführt wird.
Die Impfteams werden voraussichtlich noch mehrere Monate im Einsatz stehen – jeder der rund 200 Standorte muss nach dem ersten Einsatz ein zweites Mal besucht werden, um den Impfwilligen die zweite Impfdosis zu verabreichen. Für diesen personalintensiven Einsatz über längere Zeit ist der Zivilschutz ein unverzichtbarer Partner, der einmal mehr seine Flexibilität im Dienst der Sicherheit der Bevölkerung beweist.

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