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Krieg in der Ukraine

Aktuelle Informationen zum Bevölkerungsschutz

Beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz BABS sowie bei den Kantonen und Gemeinden gehen im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine zahlreiche Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern ein. Aktuelle Informationen zum Bevölkerungsschutz finden Sie auf dieser Seite.

 

Zurzeit muss die Bevölkerung keine besonderen Massnahmen ergreifen.

Radiologische Lage

Die Nationale Alarmzentrale (NAZ) verfolgt die Situation in der Ukraine intensiv und steht mit der Internationalen Atomenergie-Organisation IAEA in laufendem Kontakt. 

  • Stillgelegtes Kernkraftwerk Tschernobyl
    Gemäss Angaben der IAEA kam es am 9. März 2022 zu einer Notabschaltung von einer 750 kV-Leitung. Infolgedessen wurden alle Einrichtungen des Kernkraftwerks Tschernobyl abgeschaltet. Notstrom-Dieselgeneratoren wurden vor Ort eingeschaltet, um die für die Sicherheit wichtigen Systeme mit Strom zu versorgen. Eine Trennung vom Netz hat gemäss IAEA keine kritischen Auswirkungen auf die wesentlichen Sicherheitsfunktionen der Anlage. Das Kühlwasservolumen im Lagerbecken für abgebrannte Brennelemente reicht aus, um die Wärmeabfuhr ohne Stromzufuhr aufrechtzuerhalten. Die ukrainischen Behörden haben die IAEA am 13. März 2022 darüber informiert, dass es einem ukrainischen Spezialisten-Team gelungen ist, eine Stromleitung zu reparieren, die für die Wiederaufnahme der externen Stromversorgung benötigt wird. Am 20. März 2022 haben die ukrainischen Behörden der IAEA mitgeteilt, dass die Rotation des Personals vor Ort nun beginnen konnte. Bezüglich den Waldbränden in der Nähe des Tschernobyl-Geländes steht die IAEA in Kontakt mit den ukrainischen Behörden. Die örtliche Feuerwehr konnte bereits einige Brände löschen. Die Situation in der Sperrzone des Kernkraftwerks Tschernobyl wird genau beobachtet. 
  • Kernkraftwerk Saporischschja
    In der Nacht vom 3. auf den 4. März 2022 wurde das Kernkraftwerk Saporischschja im Süden der Ukraine von Artilleriegranaten beschossen. Dies führte zu einem Brand auf dem Gelände der Anlage. Der Brand konnte gelöscht werden. Die Sicherheit der Anlage wurde nicht beeinträchtigt.

Schutzräume

Gesamtschweizerisch sind in rund 365'000 privaten und öffentlichen Schutzräumen rund 9 Millionen Schutzplätze für die Einwohnerinnen und Einwohner vorhanden, was einem Deckungsgrad von über 100% entspricht.

Die Schutzräume werden im Alltag hauptsächlich für andere Zwecke benutzt, z.B. als Kellerräume, Lager oder Vereinslokale. Bei Bedarf können sie in kurzer Zeit zum Schutz für die Bevölkerung hergerichtet werden. Die Vorbereitung der Schutzräume, d.h. das Ausräumen und Einrichten, erfolgt aber erst auf Anordnung der Behörden. Die Schutzräume sind so ausgelegt, dass sie kürzere oder längere Aufenthalte (wenige Stunden bis mehrere Tagen) ermöglichen.

In Bezug auf die aktuelle Situation ist eine Vorbereitung auf den Aufenthalt in Schutzräumen nicht erforderlich. Die Kantone sind dafür zuständig, die Zuweisungsplanung durchzuführen und zu aktualisieren. Eine öffentliche Bekanntgabe der Zuweisung erfolgt aber erst dann, wenn es die sicherheitspolitische Lage erfordert. 

Notvorrat

Die Bevölkerung sollte in der Lage sein, sich während mehrerer Tage ohne externe Unterstützung verpflegen zu können. Die wirtschaftliche Landesversorgung (WL) rät deshalb dazu, einen Notvorrat für rund eine Woche zu halten. Zum Notvorrat gehören in erster Linie lagerfähige Lebensmittel und 9 Liter Wasser pro Person sowie die wichtigsten Medikamente. 

Information, Warnung und Alarmierung

Bei einer konkreten Gefahr alarmieren die Behörden die Bevölkerung mittels Sirenen und geben die Verhaltensanweisungen über Radio und Alertswiss bekannt. Das BABS empfiehlt die Alarmierungs-App Alertswiss auf dem Smartphone zu installieren.

Jodtabletten

Die Einnahme von Jodtabletten als Schutzmassnahme für die Schweizer Bevölkerung ist vor allem bei einem Unfall in einem Kernkraftwerk im Inland oder im benachbarten Ausland vorgesehen, wenn dabei radioaktives Jod austritt. Jodtabletten schützen nicht vor allen radioaktiven Elementen, sondern nur vor den schädlichen Auswirkungen des radioaktiven Jods auf die Schilddrüse.  Sie verhindern, dass sich in den Schilddrüsen radioaktives Jod anreichert und Schilddrüsenkrebs entsteht.

In den Gemeinden im Umkreis von 50 km um ein schweizerisches Kernkraftwerk werden Jodtabletten vorsorglich an alle Personen verteilt, die sich regelmässig dort aufhalten. In diesen Gemeinden lagern Jodtabletten ebenfalls in Apotheken und Drogerien und könnten dort bei Verlust zum Preis von CHF 5.00 bezogen werden. In den Gebieten ausserhalb von 50 km um ein schweizerisches Kernkraftwerk lagern die Kantone Jodtabletten, um im Ereignisfall die gesamte Bevölkerung damit zu versorgen. Derzeit müssen Privatpersonen ausserhalb dieser Zone keine Jodtabletten lagern.

In Bezug auf die aktuelle Situation ist die Einnahme von Jodtabletten nicht erforderlich. Aufgrund der Distanz zwischen der Schweiz und der Ukraine ist es unwahrscheinlich, dass die Jodtabletten in der Schweiz notwendig werden. 

Letzte Aktualisierung: 05.05.2022


Bundesamt für Bevölkerungsschutz BABS Guisanplatz 1B
CH-3003 Bern

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