Einsätze des Zivilschutzes zugunsten der Gemeinschaft

Der Zivilschutz unterstützt Veranstaltungen

Gemeinschaftseinsätze sind Dienstleistungen des Zivilschutzes für Dritte, namentlich für Behörden, Organisationen, Vereine oder Aussteller. Sie sind in Artikel 27a des Bundesgesetzes über den Bevölkerungsschutz und den Zivilschutz (BZG) festgelegt. Pro Jahr können Schutzdienstpflichtige bis 21 Tage für Gemeinschaftseinsätze auf nationaler, kantonaler, regionaler oder kommunaler Ebene aufgeboten werden. Dienstleistungen zugunsten des eigenen Arbeitgebers sind nicht zulässig.

Voraussetzungen berücksichtigen

Die Verordnung über Einsätze des Zivilschutzes zugunsten der Gemeinschaft (VEZG) definiert in Artikel 2 die Voraussetzungen für Gemeinschaftseinsätze. Leistungen können erbracht werden, wenn:

  • die Gesuchstellerinnen oder Gesuchsteller ihre Aufgaben mit eigenen Mitteln nicht bewältigen können;
  • der Gemeinschaftseinsatz mit dem Zweck und den Aufgaben des Zivilschutzes übereinstimmt und der Anwendung des erworbenen Wissens und Könnens dient;
  • der Gemeinschaftseinsatz private Unternehmen nicht übermässig konkurrenziert; und
  • das Vorhaben nicht überwiegend der Geldmittelbeschaffung dient.

Fristen beachten

Gesuche für Gemeinschaftseinsätze sind grundsätzlich ein Jahr vor Beginn des Einsatzes einzureichen.

Kantone zuständig für kantonale, regionale oder kommunale Einsätze

Für Gemeinschaftseinsätze auf kantonaler, regionaler oder kommunaler Ebene sind die Kantone zuständig. Sie bewilligen die Einsätze und legen die Aufteilung der Kosten zwischen Kanton, Gemeinden und Gesuchstellerinnen und Gesuchstellern fest. Für weitere Informationen dazu sind deshalb die zuständigen kantonalen Behörde bzw. Website zu konsultieren. Als Entscheidungs- und Orientierungshilfe für die zuständigen Behörden dient der Leitfaden zur Bewilligung von Einsätzen des Zivilschutzes zugunsten der Gemeinschaft auf kantonaler, regionaler und kommunaler Ebene.

Bund zuständig für Gemeinschaftseinsätze auf nationaler Ebene

Veranstalter von politischen, wirtschaftlichen, religiösen, kulturellen oder sportlichen Vorhaben von nationaler oder internationaler Bedeutung können ein Gesuch zur Unterstützung durch Zivilschutzformationen einreichen. Zuständig für die Bewilligung von Gemeinschaftseinsätzen auf nationaler Ebene ist das Bundesamt für Bevölkerungsschutz BABS. Die Veranstalterin oder Veranstalter hat das Gesuch für einen Gemeinschaftseinsatz auf nationaler Ebene mit dem offiziellen Gesuchsformular des BABS über die zuständige kantonale Behörde einzureichen, beispielsweise das kantonale Amt für Zivilschutz. Bei räumlich oder organisatorisch getrennten Einsatzorten, etwa bei mehreren Spielorten (WM, EURO) oder Etappenankünften (Tour de Suisse, Gigathlon), ist für jeden Einsatzort ein separates Gesuch einzureichen.

Überweisung eines angemessenen Gewinnanteils

Bei Gemeinschaftseinsätzen auf nationaler Ebene müssen die Gesuchstellerin oder der Gesuchsteller dem BABS auf Verlangen die Schlussabrechnung des Vorhabens vorlegen. Sie erklären sich vertraglich dazu bereit, im Falle eines namhaften Gewinns einen angemessenen Teil davon an den Ausgleichsfonds der Erwerbsersatzordnung zu überweisen. Der Betrag entspricht höchstens dem an die eingesetzten Schutzdienstpflichtigen ausbezahlten Erwerbsersatzes.

Haftpflichtversicherung

Das BABS entscheidet, ob die Gesuchstellerin oder der Gesuchsteller vor der Bewilligung des Gemeinschaftseinsatzes auf nationaler Ebene einen speziellen Versicherungsschutz (Haftpflichtversicherung) abschliessen muss, um im Schadenfall Bund, Kantone und Gemeinden für Leistungen an Dritte schadlos zu halten.

Kostentragung beachten

Der Bund trägt die Kosten für Gemeinschaftseinsätze auf nationaler Ebene: Er übernimmt die Kosten für Sold, Aufgebot, An- und Rückreise sowie Verpflegung (Kosten, die bei Einkauf und Zubereitung durch Zivilschutz-Küchenpersonal anfallen würden). Gegebenenfalls übernimmt der Bund auch die Kosten für die Gemeinschaftsunterkunft. Das BABS hat zur Abgeltung dieser Kosten Pauschalansätze festgelegt; Mehrkosten gehen zu Lasten der Gesuchstellerin oder des Gesuchstellers. Der Bund stellt, soweit verfügbar, ebenfalls das notwendige Armeematerial und die vom Zivilschutz für den Eigenbedarf eingesetzten Fahrzeuge kostenlos zur Verfügung. Alle weiteren Kosten, etwa für angemietete Geräte und zusätzliche Fahrzeuge, trägt die Gesuchstellerin oder der Gesuchsteller.


Bundesamt für Bevölkerungsschutz BABS Monbijoustrasse 51A
CH-3003 Bern
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