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Statusbericht des Zivilschutzes im Rahmen der Corona-Krise

04.04.2020 | Kommunikation BABS

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Der Zivilschutz ist in allen Landesteilen und allen Kantonen im Einsatz. Im Bild: Triage-Posten in Olten.
Christoph Flury, Vizedirektor BABS
Christoph Flury, Vizedirektor BABS

 

Der Zivilschutz ist in der ganzen Schweiz im Einsatz

Der Zivilschutz ist weiterhin stark engagiert. Und weiterhin gilt auch: Der Zivilschutz ist in allen Landesteilen und allen Kantonen im Einsatz.

Stand heute (4.4.2020) sind mehr als 5000 Zivilschutzangehörige im Einsatz – sie erfüllen die ihnen gestellten Aufgaben mit grossem Engagement. Die Einsätze verantworten die Kantone.

Im Folgenden eine Übersicht der im Einsatz stehenden Zivilschutzangehörigen nach Landesteilen. Das Schwergewicht des Einsatzes liegt nach wie vor in der Westschweiz und im Tessin.

So stehen in der «Suisse latine» (FR, NE, JU, VD, GE, VS, TI) rund 2900 Angehörige des Zivilschutzes in Unterstützungseinsätzen.

In der Nordwestschweiz (BE, SO, BS, BL, AG) sind es rund 800, in der Ostschweiz (ZH, SH, TG, SG, AR, AI, GL, GR) 1100 und in der Zentralschweiz (ZG, SZ, UR, NW, OW, LU) 200 Zivilschutzangehörige.

Diese Zahlen spiegeln die Betroffenheit der verschiedenen Landesteile der Schweiz durch das Coronavirus.

Die Einsätze erfolgen möglichst bedarfsorientiert und ressourcenschonend. So werden in den einzelnen Kantonen – je nach Lage – nur die benötigte Anzahl von Zivilschutzangehörigen aufgeboten und eingesetzt. Massgebend sind dabei der Bedarf und die Aufträge, die an den Zivilschutz zur Unterstützung gestellt werden. Deshalb stellt die Zahl von 5000 im Einsatz stehenden Zivilschutzangehörigen eine Momentaufnahme dar; sie kann je nach Entwicklung der Lage von Tag zu Tag, von Woche zu Woche variieren.

 

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Als neue Aufgabe hinzugekommen ist in den letzten Tagen in verschiedenen Kantonen die Unterstützung beim Aufbau und Betrieb von Drive-in-Testzentren

Gut geplante, flexible Einsätze

Die Zivilschutzangehörigen leisten längere oder kürzere Einsätze – je nach Funktion, Einsatzart und der zu erfüllenden Aufgaben. Hinzu kommen Ablösungen und Rotationen. Zivilschutzangehörige sind deshalb nicht permanent vor Ort, stehen nicht dauernd im Einsatz. Um schnell reagieren zu können, werden sie teilweise auch auf Pikett gestellt.

Dieses Ablöse- oder Rotationsverfahren erlaubt es bis zu einem gewissen Grad, Rücksicht auf private und berufliche Bedürfnisse der Dienstpflichtigen bzw. der Arbeitgeber zu nehmen. Der Alltag von vielen Zivilschutzangehörigen ist also für die nächste Zeit geprägt durch einen Wechsel zwischen Einsätzen im Zivilschutz – im Rahmen der Corona-Krise und – und dem Berufs- und Privatleben.

Dieses System stellt die Durchhaltefähigkeit der Zivilschutzorganisationen über eine längere Zeit hinweg sicher und ermöglicht eine hohe Flexibilität. Es ist aber auch herausfordernd: So verlangt es von den Kommandanten und Kadern ein hohes Mass an Planungskompetenz.

Vielfältige Einsätze im Gesundheitswesen

Im Fokus steht weiterhin die Unterstützung des Gesundheitswesens, also von Spitälern, Alters- und Pflegeheimen und der Spitex. Es geht primär darum, das Personal bei verschiedensten Aufgaben zu entlasten. Der Zivilschutz hilft bei leichter Grundpflege und bei Routine- und Reinigungs- und Desinfektionsarbeiten (beispielsweise auch von Ambulanzfahrzeugen), betreibt Empfangs- und Triagestellen, transportiert Personen oder unterstützt die Logistik bei Schutzmaterial und Medikamenten. Im Kanton Genf unterstützt der Zivilschutz beispielsweise die Lieferung und Verpackung von Desinfektionsmitteln. Unverändert gefragt ist der Einsatz für den Betrieb von Hotlines für die Bevölkerung.

Als neue Aufgabe hinzugekommen ist in den letzten Tagen die Unterstützung beim Aufbau und Betrieb von Drive-in-Testzentren (z. B. in Luzern, Solothurn, Schwyz). Zum Teil unterstützen Zivilschutzangehörige – etwa in Genf – die Polizei bei der Absperrung und Kontrolle von öffentlichen Plätzen oder Seepromenaden.

Weiter sind Care-Teams mit Psychologen aufgeboten worden, die den Einsatzkräften für Gespräche und persönliche Probleme zu Verfügung stehen.

Aus der Region für die Region

Bei allen Einsätzen kommt dem Zivilschutz eines entgegen: Er ist ein Einsatzelement der Kantone und primär regional aufgestellt. So können spezifische Bedürfnisse und Gegebenheiten vor Ort gezielt berücksichtigt oder notwendige materielle Ressourcen unkompliziert und in enger Zusammenarbeit mit dem lokalen Gewerbe organisiert werden. Diese regionale Verankerung garantiert auch die Nähe zu den Betroffenen und ermöglicht eine flexible und bedarfsgerechte Unterstützung.

Man kann die Einsatzdoktrin oder -philosophie des Zivilschutzes folgendermassen zusammenfassen:

"Der Zivilschutz agiert aus der Region, für die Region!" 

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Der Zivilschutz agiert aus der Region, für die Region! Im Bild: Aufbauarbeiten in Zürich.