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Zivilschützer aus dem ganzen Kanton im Dienst des Gesundheitswesens

Noch vor dem Bundesrat hat der Kanton Basel-Landschaft die Schliessung sämtlicher Geschäfte, die nicht der Grundversorgung dienen, beschlossen. Auch der Zivilschutz begann mit seiner Arbeit schon Ende Februar. Im Fokus steht die Unterstützung des Gesundheitswesens.

23.04.2020 | Kommunikation BABS

In Münchenstein hat der Zivilschutz in nur zweieinhalb Tagen eine grosse Corona-Abklärungsstation aufgebaut. Mehrere tausend Personen wurden in dieser und einer identischen Einrichtung in Lausen bereits untersucht (Bild: Zivilschutz Baselland).

Der Betrieb des Single Point of Contact (SPOC) des kantonalen Krisenstabes ist die Ausnahme zur Regel: Hier arbeitet jeweils ein Dreierteam aus Kader und Mannschaften des Zivilschutzes zugunsten der kantonalen Führungsorganisation und nimmt sämtliche Anfragen an den Krisenstab entgegen. Auch der Lagedienst des Krisenstabs wird von Stabsassistenten des Zivilschutzes unterstützt.

Ansonsten werden die Kräfte aber ganz auf die Unterstützung des stark geforderten Gesundheitswesens fokussiert. Wie vielerorts im ganzen Land stehen auch vor den Kantonsspitälern Bruderholz und Liestal Zivilschutzzelte als Anlaufstellen für Corona-Verdachtsfälle, und Angehörige des Zivilschutzes sorgen für den geordneten Ablauf vom Ein- bis zum Austritt der ambulanten Patienten und unterstützen das medizinische Personal. Bis jetzt waren ungefähr 70 Angehörige des Zivilschutzes (AdZS) der ZSO Ergolz, Ebenrain, ARGUS und Leimental in den Spitälern im Einsatz.

Abklärungsstationen entlasten die Spitäler

Ein wichtiger Teil des Einsatzes war der Aufbau von zwei Abklärungsstationen für das obere und untere Baselbiet in einer Mehrzweckhalle in Lausen und im Kultur- und Sportzentrum Münchenstein. Der Aufbau dieser Stationen, welche rund die Grösse einer Dreifachturnhalle erreichen, wurde nach den Vorgaben des medizinischen Personals durch den Zivilschutz geplant und umgesetzt. Nach zwei Tagen Planung und der Beschaffung von Messebaumaterial wurde der Bau innert zweieinhalb Tagen in enger Kooperation mit den Gebäudebesitzern und dem Medizinpersonal umgesetzt. Teil der Stationen sind auch eine Notstromversorgung und Räume für das Personal. Einen weiteren Halbtag benötigte die Installation der medizinischen Geräte und der IT-Infrastruktur – die beiden Abklärungsstationen verfügen über einen Online-Zugang zum Kantonsspital, um die Daten der Patienten in Echtzeit zu übermitteln.

Seit dem 18. März werden in diesen Einrichtungen Corona-Verdachtsfälle untersucht, bereits haben mehrere tausend Personen eine der Abklärungsstationen aufgesucht. Angehörige des Zivilschutzes sichern den technischen Betrieb, sie regeln den Ablauf und unterstützen das medizinische Personal. Die Besucher werden mittels Krankenkassenkarte registriert und danach von einem Arzt oder einer Ärztin untersucht. Die Mediziner entscheiden, ob ein Abstrich gemacht werden muss. In den Abklärungsstationen können auch stationäre Patienten aufgenommen und mit Krankentransporten in die Spitäler überführt werden.

Die Gesamtleitung, auch des medizinischen Personals, liegt beim Fachdienst Zivilschutz des kantonalen Krisenstabes und wird durch Instruktoren sichergestellt. In Münchenstein sorgt der Zivilschutz auch für die Verpflegung des Personals. In beiden Einrichtungen waren bis Mitte April ungefähr 300 AdZS der ZSO Birs, Laufental, Altenberg, Birsfelden und Oberes Baselbiet im Einsatz.

Mobile Teams testen Verdachtsfälle zuhause

Als Ergänzung zu den Abklärungsstationen sind auch mobile Test-Teams unterwegs. Die Teams untersuchen Personen, die sich möglicherweise mit dem Corona-Virus infiziert haben in ihrem gewohnten Umfeld. Die mobilen Einheiten sind für jene Personen vorgesehen, die keine der beiden ambulanten Abklärungsstationen aufsuchen können. Diese mobilen Testeinheiten wurden im Auftrag des kantonalen Krisenstabs (KKS) zusammen mit der Firma Medgate als Partner aufgebaut. Die erste Einheit ging bereits am 11. März in den Einsatz. Mittlerweile wird von Montag bis Sonntag in zwei Schichten gearbeitet. Bis jetzt waren rund 60 AdZS der Kantonalen Zivilschutzkompanie im Einsatz. Sie decken neben dem Kanton Basel-Landschaft auch Teile des Kantons Solothurn ab.

Personalbestände reichen für einen längeren Einsatz

Bei allen Einsätzen ist der Schutz der AdZS zentral. Alle eingesetzten AdZS erhielten daher eine einsatzbezogene Ausbildung (EBA) mit Unterstützung von Spitalhygienikern.

Der Einsatz muss in jedem Fall über längere Zeit aufrecht erhalten werden. Trotz der grossen Anzahl der eingesetzten AdZS hat die langfristige Planung gezeigt, dass der Zivilschutz im Baselbiet über eine grosse Zahl motivierter Dienstleistender verfügt. Auch mittelfristig stehen genügend AdZS zur Verfügung, um die Bedürfnisse des Einsatzes abzudecken