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Statusbericht über den Zivilschutzeinsatz im Rahmen der Corona-Krise

17.04.2020 | Kommunikation BABS

Der Zivilschutz unterstützt das Gesundheitswesen. Im Bild: Eingangskontrolle vor dem Spital
Christoph Flury, Vizedirektor BABS

 

Der Zivilschutz, eine Milizorganisation im Grosseinsatz

Der Zivilschutz steht mittlerweile seit mehreren Wochen zur Bewältigung der Corona-Krise im Einsatz. Diese Woche sind es in der ganzen Schweiz 5800 Zivilschutzangehörige, in der Woche vor Ostern waren es sogar 6100. Der Schwerpunkt der Einsätze liegt nach wie vor in der Westschweiz; in der Deutschschweiz sind es die Kantone Basel-Land und Zürich mit grossen Zivilschutzkontingenten.
Aufgeschlüsselt nach Landesteilen sieht es in diesen zwei Wochen wie folgt aus:

  • In der Region «Suisse latine» (FR, NE, JU, VD, GE, VS, TI) waren es 3200 bzw. 3400 Zivilschutzangehörige,
  • in der Nordwestschweiz (BE, SO, BS, BL, AG) 1200 bzw. 1300,
  • in der Ostschweiz (ZH, SH, TG, SG, AR, AI, GL, GR) in beiden Wochen 1300,
  • in der Zentralschweiz (ZG, SZ, UR, NW, OW, LU) 100 bis 130.

Subsidiär im Einsatz

Die Zivilschutzangehörigen werden nach wie vor, je nach Bedarf und der zu erfüllenden Aufträge, aufgeboten und eingesetzt. Als Mittel der Kantone kommt der Zivilschutz subsidiär zum Zug, d.h. wenn ein Unterstützungsbedarf ausgewiesen ist und nicht durch andere personelle Ressourcen gedeckt werden kann.

Damit dies möglichst reibungslos erfolgt, sind hinter den Kulissen in den Kantonen viele planerische und organisatorische Arbeiten notwendig. Eine anspruchsvolle Arbeit: Es geht darum, Unterstützungsbegehren zu prüfen, zu beurteilen, zu priorisieren und Einsatz- und Personalplanungen – sowohl für kurz- als auch für längerfristige Aufgebote und Einsätze – zu erstellen.

Ziel ist es, jeweils genügend Zivilschutzangehörige mit der erforderlichen Ausbildung und Funktion zum richtigen Zeitpunkt am Einsatzort zu haben und zudem für die nötige Ausrüstung, das Material oder die Fahrzeuge für Transportaufgaben zu sorgen. Zudem soll man immer wieder rasch auf Veränderungen reagieren können.

Die Motivation der eingesetzten Zivilschutzangehörigen ist gut. Vielerorts melden sich zudem Zivilschutzangehörige, die freiwillig Dienst leisten wollen.

Im Fokus: das Gesundheitswesen

So wurden bisher von den Zivilschutzorganisationen in der ganzen Schweiz hunderte von kleineren und grösseren Einsätzen geleistet. Allein in den besonders von der Coronakrise betroffenen Kantonen Waadt und Genf sind es bereits über 500 solche Unterstützungseinsätze.

Beim Aufgebot von Zivilschutzangehörigen geht es auch darum, die Gesamtlage im Auge zu behalten. So muss einerseits die Unterstützung durch den Zivilschutz sichergestellt werden, umgekehrt aber auf die personellen Bedürfnisse von systemrelevanten oder kritischen Betrieben, die für die Versorgung der Bevölkerung wichtig sind, Rücksicht genommen werden. Dieser Balanceakt gelingt mittlerweile sehr gut.

Der Schwerpunkt des Einsatzes liegt weiterhin bei der Unterstützung des Gesundheitswesens und seiner Institutionen. Grosse Nachfrage besteht insbesondere bei Alters- und Pflegeheimen, wo Zivilschutzangehörige das Personal bei einem ausgewiesenen Bedarf – bei Mehrarbeit oder ausgefallenem Personal in vielfältiger Art und Weise zu entlasten.

Gegenseitige Wertschätzung

So kommt es durchaus vor, dass ein Zivilschutzpionier nicht - wie etwa nach einem Unwetter - mit schwerem Gerät und Baumaschinen im Einsatz steht, sondern den Job als Hauswart übernimmt und mit Reinigungsgeräten hantiert. Oder ein Zivilschutzbetreuer neben Betreuungsaufgaben auch die Wäschemaschine in der Lingerie bedient. Unspektakuläre Einsätze, die aber umgekehrt vom Personal und den Bewohnerinnen und Bewohnern der Heime äusserst geschätzt werden.

Bei vielen Unterstützungseinsätzen kann der milizmässig organisierte Zivilschutz auch auf die beruflichen Kenntnisse seiner Angehörigen zählen. Und umgekehrt nehmen diese in ihren Einsätzen viele wertvolle persönliche Erfahrungen mit nach Hause und in ihr Alltagsleben.
Beides gehört zweifellos zu den Stärken unseres Milizsystems.