Intensiv genutztes Alertswiss

Vom 28. Juni bis 1. Juli haben 12 Kantone insgesamt 52 Alertswiss-Meldungen abgesetzt. Darunter waren 10 Alarme, 11 Warnungen und 31 Informationsmeldungen. Diese Meldungen bezogen sich auf verschiedene Unwetterereignisse, bei denen mehrere Kantone stark betroffen waren. Die Anzahl der Meldungen im genannten Zeitraum zeigt eine ungewöhnlich hohe Spitze, was auf intensive Unwetterereignisse hinweist. Zum Vergleich: Von Januar bis April 2024 wurden 38 Meldungen registriert, im gesamten Jahr 2023 gab es 250 Meldungen. Alertswiss scheint während der Unwetter reibungslos funktioniert zu haben, da keine Hinweise auf Fehlfunktionen vorliegen. Es werden jedoch noch einzelne Nutzerfeedbacks ausgewertet, um eine umfassende Beurteilung vorzunehmen. Informationen über eine mögliche Entwicklung der Alertswiss-Nutzerzahlen im ersten Halbjahr 2024 oder spezifische Anstiege aufgrund der Unwetter sind derzeit noch nicht verfügbar.
Das BABS arbeitet derzeit an einer Multikanalstrategie zur Alarmierung der Bevölkerung. Diese Strategie basiert auf dem Prinzip der Redundanz, um zu gewährleisten, dass Warnungen auch dann wirksam sind, wenn ein Kanal ausfällt oder von bestimmten Nutzergruppen nicht genutzt wird. Die wesentlichen Elemente der Strategie umfassen:
- Sirenen und Radio: Die traditionellen Sirenensignale und die Informationsverbreitung über Radio sind nach wie vor wichtige, zentrale Komponenten unseres Warnsystems.
- Alertswiss-App: Die App hat über 2,2 Millionen aktive Nutzerinnen und Nutzer und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Der Trend zeigt eine konstante Steigerung der Nutzerzahlen, was unsere Bemühungen zur Verbesserung der Reichweite und Effektivität des Systems widerspiegelt.
- Einführung von Cell Broadcast: Geplant ist die Einführung von Cell Broadcast als zusätzlicher Kanal. Cell Broadcast ermöglicht es, Warnungen direkt an alle kompatiblen Mobiltelefone in einem definierten Gebiet zu senden, unabhängig davon, ob die App installiert ist. Dies soll die Reichweite und Resilienz des Warnsystems erhöhen und sicherstellen, dass möglichst viele Menschen in Gefahrensituationen erreicht werden. Der aktuelle Fahrplan sieht vor, dass der Bundesrat diese Stossrichtung noch in diesem Jahr auf Basis eines Aussprachepapiers bestätigt. Im Anschluss folgt die Botschaft ans Parlament, um Fragen zur Finanzierung und zu den Rechtsgrundlagen zu klären. Nach der Klärung dieser Fragen durch den Gesetzgeber, voraussichtlich im nächsten Jahr, sollte es technisch möglich sein, Cell Broadcast innerhalb von etwa 1 bis 2 Jahren einzuführen.
- Weiterentwicklung der Notfalltreffpunkte: Dabei handelt es sich um Ansprechpunkte, welche die Behörden einrichten, wenn die normalen Telekommunikationskanäle nicht mehr zur Verfügung stehen. An den Notfalltreffpunkten kann die Bevölkerung Notrufe absetzen und Informationen der Behörden erhalten.