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Der Einsatz «UCRAINA» im Tessin

Dem Tessiner Zivilschutz kommt bei der Betreuung von Geflüchteten aus der Ukraine mehr als nur eine unterstützende Funktion zu. Er bildet in Zusammenarbeit mit seinen Partnerorganisationen den Dreh- und Angelpunkt für den laufenden Einsatz.

01.06.2022 | Kommunikation BABS

© Repubblica e Cantone Ticino

Seit dem 14. März läuft im Kanton Tessin der Einsatz «UCRAINA» zugunsten der Aufnahme und Betreuung von geflüchteten Menschen aus der Ukraine. Ein wesentlicher Bestandteil des Einsatzdispositivs bildet der Zivilschutz unter der Leitung des kantonalen Amts für Militär und Bevölkerungsschutz.

Sechs regionale Aufnahmezentren in Betrieb

Mit Hilfe der ZSO Bellinzonese wurde gleich zu Beginn des Einsatzes in Cadenazzo ein kantonales Erstaufnahmezentrum eröffnet, in dem seither ankommende Geflüchtete ohne private Unterbringungsmöglichkeit registriert werden und höchstens 72 Stunden bleiben. In einer zweiten Phase werden die Geflüchteten an eines der sechs regionalen Aufnahmezentren zugewiesen. Gemäss den bisher gemachten Erfahrungen entspricht der durchschnittliche Aufenthalt dort 4-6 Wochen. Die Zentren befinden sich in den Gemeinden Airolo (2), Aurigeno, Breno, Lugano und Arzo und werden den ganzen Tag über von fünf Angehörigen des Zivilschutzes betreut. Seit kurzem trägt das Amt für Militär und Bevölkerungsschutz des Kantons Tessin für drei der sechs Zentren die alleinige Verantwortung für die Betriebsführung.
Den Geflüchteten wird anschliessend eine passende private Unterkunft für einen längerfristigen Verbleib gesucht. Da es sich zum grössten Teil um Frauen mit Kindern handelt, stellt insbesondere die Möglichkeit des Schulbesuchs bei der Vermittlung des Wohnraums ein Hauptkriterium dar.
Bisher konnten genügend Unterbringungsmöglichkeiten bereitgestellt werden. Bis Mitte Mai hat der Tessiner Zivilschutz rund 2'500 Diensttage zugunsten von rund 500 ukrainischen Geflüchteten geleistet.

Der Wert einer koordinierten Zusammenarbeit

Um diese Herausforderungen im Tessin zu bewältigen, wird die Zusammenarbeit verschiedenster Akteure, vom kantonalen Migrationsamt über die Blaulichtorganisationen bis hin zum kantonalen Arzt, Apotheker oder Tierarzt, von einer extra dafür eingesetzten Arbeitsgruppe koordiniert. Dies bestätigt die gute Zusammenarbeit und unterstreicht die Wichtigkeit einer zentralen Koordination bei Ereignissen dieser Grössenordnung.
Als sehr anspruchsvoll für die Zivilschutzangehörigen stellt sich die Betreuung von Geflüchteten dar, welche durch die erlebten Kriegserfahrungen psychisch besonders stark belastet sind. Die Folgen davon machen sich häufig erst ein paar Tage nach der Ankunft bemerkbar, wenn eine gewisse Ruhe eingekehrt ist. Daraus lassen sich für die künftige Ausbildung der Zivilschützer im Bereich der Betreuung gewisse Lehren ziehen.

Dieser Text entstand in Zusammenarbeit mit dem Amt für Militär und Bevölkerungsschutz des Kantons Tessin.


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