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Die Zivilschutzorganisation ZSO Bern plus sprang gleich doppelt ein

Während sechs Wochen waren 12 bis 14 Angehörige der Zivilschutzorganisation ZSO Bern plus dafür besorgt, dass sich die in Bern in einer Zivilschutzanlage untergebrachten Geflüchteten so wohl wie möglich fühlen konnten. Zudem war die ZSO auch massgeblich daran beteiligt, für die ukrainische Botschaft zwei Logistikcenter in Betrieb zu nehmen.

29.04.2022 | Kommunikation BABS

Verpflegung für rund 400 Personen muss gewährleistet werden (Foto: ZSO Bern Plus)

Am Eingang der sogenannten Kurz-Unterbringung Allmend an der Mingerstrasse in Bern empfingen die Angehörigen der Zivilschutzorganisation ZSO Bern plus die geflüchteten Menschen aus der Ukraine. Sie erteilten Auskunft und halfen den ankommenden Schutzsuchenden, die ihnen zugewiesenen Zimmer in den verwinkelten Gängen und Korridoren zu finden. Die Schutzsuchenden bleiben meistens nur für wenige Tage und Nächte in der Anlage, bevor sie in andere Unterkünfte verlegt oder bei Privatpersonen untergebracht werden. Für die ersten sechs Wochen sorgte ZSO-Geschäftsstellenleiter Frank Liechti mit seinem Team und weiteren Mitarbeitenden von Schutz und Rettung Bern für die Betreuung der temporären Bewohnerinnen und Bewohner der Anlage.

Betreuung durch ZSO Bern plus

Die Angehörigen der ZSO Bern plus, welche die Geflüchteten aus der Ukraine in der Zivilschutzanlage an der Mingerstrasse betreuten, gehen in ihrem Alltag medizinischen oder sozialen Berufen nach. Zur medizinischen Betreuung kommt zudem täglich ein Arzt vorbei. Tagsüber organisierten die Angehörigen der ZSO Bern plus Unterhaltungsprogramme für die Geflüchteten aus der Ukraine. Die Zivilschützer gingen zum Beispiel mit Gruppen von bis zu 50 Personen in Bern auf Erkundungstour: in den Tierpark Dählhölzli, in den botanischen Garten, auf den Gurten oder für einen Bummel in die Altstadt. Die Einsatzdauer der Dienstleistenden war auf jeweils eine Woche begrenzt, um allzu grosse Arbeitsausfälle für deren Arbeitgeber zu verhindern.

Auf Vollbelegung wird verzichtet

In der Zivilschutzanlage an der Mingerstrasse gibt es grosse Essräume, einen Spielraum für Kinder sowie einen grossen Aufenthaltsraum mit WLAN. Platz hätte es in der Anlage für bis zu 550 Personen. Um den rund 400 Bewohnenden jedoch eine bessere Wohnqualität zu ermöglichen, wurde auf eine Vollbelegung verzichtet. Die technische Bereitschaft der Anlage, wie zum Beispiel die Belüftung und Beheizung, wird durch den Bereich Logistik und Infrastruktur von Schutz und Rettung Bern gewährleistet.

Hilfe für die ukrainische Botschaft

Neben der Betreuung der Geflüchteten gab es für die ZSO Bern plus noch eine weitere Aufgabe mit Bezug zum Krieg in der Ukraine zu bewältigen. Denn durch die vielen an die ukrainische Botschaft gespendeten Hilfsgüter kam diese logistisch an den Anschlag. Der Garten des Botschaftsgeländes sowie derjenige des angrenzenden Alpinen Museums waren vollständig zugestellt mit gespendetem Material. Im Auftrag des Berner Stadtpräsidenten und in Absprache mit dem ukrainischen Botschafter sorgte die ZSO Bern plus ab dem 3. März dafür, dass die Güter weiterverfrachtet wurden. Eine dafür wesentliche Rolle spielte das zeitgleich mit Hilfe der ZSO Bern plus eröffnete Logistikcenter im Berner Fischermätteli-Quartier, wo sieben Tage die Woche 12-15 Angehörige des Zivilschutzes sämtliche Aufgaben für dessen Betrieb wahrnahmen. Eine Woche darauf wurde auf dem Gelände der Bern Expo noch ein weiteres Logistikzentrum in Betrieb genommen, welches sich um die bereits palettierte Ware kümmerte.

Gespendetes Material wird verpackt und zwischengelagert (Foto: ZSO Bern Plus)

Abschluss des Einsatzes

Insgesamt hat die ZSO Bern plus in den 500 geleisteten Diensttagen 1'900 Paletten mit gespendeten Hilfsgütern bereitgestellt und auf 55 Sattelzüge verladen. Am 8. April konnte die Verantwortung für die Logistikcenter an eine Nachfolgeorganisation unter der Leitung des Amts für Bevölkerungsschutz, Sport und Militär des Kantons Bern (BSM) übergeben werden.

Am 14. April wurde schliesslich die Verantwortung für den Betrieb der Kurz-Unterbringung Allmend an der Mingerstrasse an die Heilsarmee übergeben. Somit wurde der Einsatz der ZSO Bern plus zugunsten der Geflüchteten vollständig abgeschlossen.


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