print preview Zurück zur Übersicht Startseite

Neues System für den meteorologischen Notfallschutz

Mit dem Sicherheitstool EMER-Met (Emergency Response Meteorology) erhalten das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI und das Bundesamt für Bevölkerungsschutz BABS spätestens ab 2022 ein neues und verbessertes meteorologisches Prognosesystem für den Schutz der Bevölkerung. Es liefert die meteorologischen Grundlagen zur Bewältigung aller Arten von Notsituationen in der Schweiz, insbesondere der nuklearen Störfälle. Finanziert wird es gemeinsam durch das ENSI, das BABS und das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz.

28.05.2019 | Kommunikation BABS

Im Auftrag des BABS betreibt MeteoSchweiz ein Netz von Radioaktivitätsmesssonden. Zudem stellt MeteoSchweiz die meteorologischen Grundlagen zuhanden des ENSI und des BABS für die Berechnung der Ausbreitung von Luftschadstoffen sicher. Das BABS ist in der Akutphase eines radiologischen Ereignisses verantwortlich für die Erfassung und Beurteilung der radiologischen Lage und die Anordnung von Schutzmassnahmen für die Bevölkerung. Das ENSI ist bei Ereignissen in Schweizer Kernanlagen zuständig für die Erstellung von Prognosen betreffend möglicher Ausbreitung der Radioaktivität und deren Konsequenzen. Zudem berät es das BABS bei der Anordnung der
Schutzmassnahmen für die Bevölkerung.

MeteoSchweiz betreibt seit 2005 das Prognosesystem CN-Met (Centrales Nucléaires et Météorologie). Es stellt optimierte meteorologische Grundlagen bereit und erfüllt damit die spezifischen Bedürfnisse des ENSI und des BABS. Damit der zuverlässige Betrieb weiterhin gewährleistet werden kann, muss das CN-Met erneuert werden. Zudem soll das System ausgebaut und auf den neusten Stand gebracht werden. Entstehen wird das neue Sicherheitstool EMER-Met (Emergency Response Meteorology): Es bringt bereits im Namen zum Ausdruck, dass es auch dem allgemeinen Notfallschutz dienen soll. Insbesondere käme es bei nuklearen Störfällen zum Einsatz.

Zusätzliche Messdaten und weiterentwickelte Wettervorhersagemodelle

Damit EMER-Met entstehen kann, werden drei Messstationen von MeteoSchweiz in Payerne, Grenchen und Schaffhausen mit modernsten Fernerkundungsmethoden für die kontinuierliche Erfassung des Wind- und Temperaturprofils ausgestattet. Die Ergänzung des Messnetzes mit Dopplerlidars (optisches Fernerkundungsverfahren zur Messung von Windgeschwindigkeit und Windrichtung) liefert zusätzlich hochaufgelöste Windprofile in der Grenzschicht. Die Regenvorhersage aufgrund von Radardaten ergänzt das Angebot. Mit neu entwickelten Assimilationsverfahren soll das Vorhersagemodell mit allen Daten des EMER-Met Messnetzes initialisiert werden.
«Mit diesen präzisen Anfangswerten wird die Prognose noch detaillierter werden, insbesondere im Kurzfristbereich», freut sich der Projektleiter bei MeteoSchweiz, Alexander Haefele. Ebenfalls erneuert MeteoSchweiz das Vorhersagesystem für die Ausbreitungsrechnung. Damit werden Wahrscheinlichkeiten und Unsicherheiten der modellierten Ausbreitung geliefert. «Dank den genaueren Daten von EMER-Met wird das ENSI dem BABS im Fall eines nuklearen Unfalls noch gezieltere Massnahmen zum Schutz der Bevölkerung empfehlen können», sagt Rosa Sardella, Leiterin des Fachbereichs Strahlenschutz des ENSI.

EMER-Met spätestens 2022 in Betrieb

Das Projekt zum Aufbau von EMER-Met ist in diesem Jahr gestartet. Spätestens 2022 soll der operationelle Betrieb aufgenommen werden. Da alle drei Bundesinstitutionen von dieser Entwicklung profitieren, finanzieren sie die Entwicklungskosten zu gleichen Teilen.

 

 

Kontakt

Für Medien:

BABS:
Kommunikation, info@babs.admin.ch , Christian Fuchs, +41 58 466 49 99

MeteoSchweiz:
Kommunikation, media@meteoschweiz.ch , +41 58 460 97 00

ENSI:
Kommunikation, info@ensi.ch , +41 56 460 84 99


Weitere Informationen:

Meteorologie für nukleare Unfälle