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Veröffentlicht am 11. Februar 2026

Forschung und Entwicklung

Das BABS vereint Fachkompetenz in allen Fragen des Bevölkerungsschutzes und ist verantwortlich für die Koordination mit anderen Instrumenten der Sicherheitspolitik. Dadurch unterstützt das Amt jene Stellen, die in der Vorbeugung von Risiken und in der Ereignisbewältigung tätig sind. Dies betrifft vor allem die Partnerorganisationen des Verbundsystems Bevölkerungsschutz – Polizei, Feuerwehr, Gesundheitswesen, technische Betriebe und Zivilschutz – sowie die Kantone und weitere Bundesstellen wie das BAFU, BWL und BAG. Es umfasst ebenfalls den internationalen Kontext, namentlich bilaterale Beziehungen mit den Nachbarstaaten sowie die Zusammenarbeit im Rahmen des administrativen Abkommens mit dem EU-Katastrophenschutzverfahren.

Schwerpunkte des aktuellen Forschungsplans 2025–2028

Die strategische Ausrichtung der Forschung und Entwicklung definiert das BABS in vierjährigen Forschungsplänen. Der aktuelle Forschungsplan 2025-2028 umfasst vier Hauptschwerpunkte – abgestimmt mit armasuisse W+T und dem EDA im Bereich sicherheitspolitische Forschung. Die Schwerpunkte sind Resilienz, neue Technologien, Digitalisierung und Nachhaltigkeit (Abbildung 1). Er legt damit die strategischen Stossrichtungen für die Forschung und Entwicklung im Schweizer Bevölkerungsschutz für die kommenden Jahre fest. Dabei werden aktuelle globale Trends und Entwicklungen berücksichtigt, wie sie beispielsweise in der Trendanalyse Bevölkerungsschutz 2035 thematisiert werden.

Schwerpunkte des aktuellen Forschungsplans 2025–2028

Der Forschungsplan umfasst eine ganzheitliche Betrachtung der Resilienz – erster Schwerpunkt – und deckt Forschungsprojekte in den Bereichen Prävention, Vorsorge und Auswertung von Katastrophen und Notlagen ab. Dabei werden die in der Trendanalyse identifizierten Herausforderungen wie Klimawandel, demographischer Wandel und geopolitische Polarisierung berücksichtigt. Konkret umfasst dies unter anderem Forschungsprojekte zur Nationalen Risikoanalyse «Katastrophen und Notlagen Schweiz» (KNS), zum Schutz kritischer Infrastrukturen, zur Langzeitsicherung digitaler Kulturgüter (IKT-Minimalstandard) oder zur Entwicklung von Schutzeinrichtungen für die Bevölkerung bei einem bewaffneten Konflikt.

Den zweiten Schwerpunkt bilden die Neuen Technologien. Im BABS ist hierfür vor allem das Labor Spiez federführend und forscht in den Bereichen Biologie, Chemie, Nuklearchemie und CBRNe-Schutzsysteme. Dabei stehen die Trends konvergente Technologien sowie geopolitische Polarisierung im Zentrum. Der Forschungsplan sieht vor, das Potenzial dieser Technologien für den Schutz der Bevölkerung weiter zu erforschen und nutzbar zu machen sowie gleichzeitig mögliche Risiken zu berücksichtigen, um diese möglichst tief zu halten.

Die Digitalisierung bildet den dritten Schwerpunkt und umfasst unter anderem die Weiterentwicklung bestehender Systeme und die Datenbeschaffung für die Ereignisbewältigung wie beispielsweise die Erdbebenbewältigung. Diese Forschungsprojekte greifen die in der Trendanalyse thematisierte zunehmende Digitalisierung und Hyperkonnektivität auf und reflektieren zukünftige Entwicklungen, die den Bevölkerungsschutz beeinflussen werden.

Der vierte Schwerpunkt Nachhaltigkeit umfasst Projekte zu Klimadienstleistungen und Pilotprojekte zu Anpassungsstrategien an den Klimawandel. Damit wird dem in der Trendanalyse als zentral identifizierten Trend Anpassung an den Klimawandel sowie dem Trend wachsende Versorgungsabhängigkeit Rechnung getragen. Konkrete Projekte im BABS sind unter anderem die Mitarbeit im National Centre for Climate Services (NCCS), die Erstellung von neuen oder weiterentwickelten Gefährdungsdossiers, welche besonders klimasensitiv sind und im Rahmen der Nationalen Risikoanalyse KNS erstellt werden, sowie die Überwachung von Vektoren zur Früherkennung und Vorbeugung der Verbreitung von Krankheiten.

Auf der Aramis Datenbank sind alle laufenden Forschungsprojekte des BABS zu finden.

Nationale und internationale Zusammenarbeit

Der Forschungsplan 2025–2028 betont ebenfalls die Bedeutung der nationalen und internationalen Zusammenarbeit und des Wissensaustauschs – was im Artikel 13 des Bundesgesetz über den Bevölkerungsschutz und den Zivilschutz (BZG) verankert ist. Das BABS sieht konkret vor, die Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnern zu pflegen und laufend zu stärken, um den Wissenstransfer zwischen Forschung und Praxis zu gewährleisten. Letzteres wiederum fördert die Koproduktion von Wissen zwischen verschiedenen Akteuren, die bei der Vorsorge und in der Bewältigung von Ereignissen beteiligt sind.

Bei der Bearbeitung sozialwissenschaftlicher, sicherheitspolitischer und risikorelevanter Fragestellungen arbeitet das BABS mit wissenschaftlichen Stellen im In- und Ausland zusammen. Die Beobachtung nationaler und internationaler Entwicklungen im Krisenmanagement sowie in der Risiko- und Verwundbarkeitsanalyse bildet eine zentrale Grundlage für die Weiterentwicklung des Bevölkerungsschutzes. Ergänzend dazu ermöglicht die internationale Zusammenarbeit, insbesondere im Rahmen des EU-Katastrophenschutzverfahrens, strategische Impulse und den Zugang zu einem breiten Netzwerk, das insbesondere auch für Forschungs- und Innovationsthemen von grossem Mehrwert ist.

1. Mai 2024

Forschung und Entwicklung Bevölkerungsschutz - Forschungsplan 2025-2028

PDF503.44 kB

1. März 2020

Forschung und Entwicklung Bevölkerungsschutz - Forschungsplan 2021-2024

PDF834.63 kB

15. Oktober 2025

Dachstrategie Schutzbauten

PDF191.12 kB