Der Kulturgüterschutz-Notfallplan
Die Erstellung eines Notfallplans ist für Gedächtnisinstitutionen wie zum Beispiel Museen, Archive und Bibliotheken, aber auch für unbewegliche Kulturgüter, essenziell, um auf unvorhergesehene Ereignisse vorbereitet zu sein. Ein gut strukturierter Notfallplan reduziert Unsicherheiten, erleichtert die Entscheidungsfindung und stellt sicher, dass alle Beteiligten genau wissen, welche Massnahmen im Ernstfall zu ergreifen sind. So lassen sich Risiken minimieren, Schäden begrenzen und der Schutz von Kulturgütern gewährleisten.
Erläuterungen
Die Erstellung des Notfallplans erfolgt mithilfe interaktiver PDF-Vorlagen. Diese werden schrittweise bearbeitet und können am Schluss als konsolidiertes Gesamtdokument zusammengefügt und gespeichert werden. Vorgegebene Elemente unterstützen die Bearbeitung und können an die individuellen Gegebenheiten angepasst werden.
Die sechs nummerierten Module entsprechen einzelnen Arbeitsschritten und bilden gemeinsam die Struktur des Notfallplans. Sie können je nach Bedarf einzeln verwendet oder ausgelassen werden. Über die Bereiche «Annex» und «Weiterführende Informationen» können zusätzliche, im Ereignisfall relevante Dokumente, ergänzt werden.
Eine Anleitung, ein Beispiel-Notfallplan sowie weitere Begleitdokumente stehen unterstützend zum Download zur Verfügung. Auf dieser Seite finden Sie die entsprechenden Gesamtdokumente.
Zuständigkeiten und Verantwortung
Die Verantwortung für die Erstellung eines Notfallplans im Kulturgüterschutz liegt grundsätzlich bei denjenigen, die die Kulturgüter in ihrer Obhut haben oder diese verwalten (Privatpersonen, private oder öffentliche Institutionen, Kantone und Gemeinden usw.). Die jeweils zuständigen Behörden (Bund, Kantone und Gemeinden) unterstützen diese Akteurinnen und Akteure bei Bedarf sowohl organisatorisch als auch materiell bei der Erarbeitung und Umsetzung des Notfallplans.
Hinweise zur Nutzung
- Verwenden Sie vorzugsweise den Adobe PDF-Reader, um Formulare auszufüllen und zusammenzuführen.
- Mit den Vorlagen können weder Bilder bearbeitet noch Karten erstellt werden. Die erforderlichen Abbildungen müssen vorgängig in entsprechenden Programmen vorbereitet werden.
- Speichern Sie jedes ausgefüllte Formular oder das Gesamtdokument ab, damit Sie es jederzeit wieder öffnen und aktualisieren können.
- Drucken Sie den fertigen Notfallplan aus und hinterlegen Sie ihn an einem gut sichtbaren, leicht zugänglichen Ort für Feuerwehr und zuständiges Personal – vorzugsweise im Planfach der Brandmeldeanlage.
Download Gesamtdokumente
Glossar
Wir empfehlen die Nutzung des Glossars bei der Erstellung Ihres Notfallplans, da eine gemeinsame Terminologie unter allen Akteurinnen und Akteuren dazu beiträgt, Missverständnisse in Notfallsituationen zu vermeiden.
Bitte beachten Sie, dass die lokalen Einsatzkräfte und der Zivilschutz dennoch konsultiert werden sollten, da kantonale und nationale Abweichungen bestehen können.
Module
Inhaltsverzeichnis

1. Deckblatt
Ermöglicht die sofortige und eindeutige Zuordnung des KGS-Notfallplans

2. Gefährdungsanalyse
Identifiziert und bewertet Risiken für das Kulturgut

3. Alarmierungsschema
Regelt die Alarmierungsabläufe im Ereignisfall

4. Notfallkontakte
Enthält die zentralen Kontakte für die Alarmierung und die Ereignisbewältigung

5. Krisenstab
Legt Aufgaben und Zuständigkeiten der beteiligten Personen in der Ereignisbewältigung fest

6. Standorte prioritäre Objekte
Legt fest, welche Kulturgüter besonders schützenswert sind und dokumentiert ihre Standorte sowie die für eine Evakuierung relevanten Daten

Annex: Merkblätter und Einsatzdokumente
Stellt praxisnahe Merkblätter und Einsatzhilfen bereit

Weiterführende Informationen
Bietet ergänzende Hinweise und vertiefende Informationen
Fragen, Bemerkungen oder Anregungen? Schreiben Sie uns an: kgs@babs.admin.ch
Die Unterlagen auf dieser Webseite wurden im Auftrag der Eidgenössischen Kommission für Kulturgüterschutz unter Mitwirkung folgender Fachpersonen erstellt:
Dominic Bütschi, Leiter Konservierung-Restaurierung, Bernisches Historisches Museum
Nelly Cauliez, Conseillère en conservation du patrimoine, Ville de Genève
Gabriela Grossenbacher, Leiterin Dienst Konservierung und Restaurierung, Schweizerische Nationalbibliothek NB
Daniel Häberli, Kantonale Fachstelle KGS, Kanton Thurgau
Thierry Jacot, Maître d'enseignement HES, Haute école de conservation-restauration Arc
Elke Mürau, Leiterin Konservierung und KGS-Verantwortliche, Schweizerisches Nationalmuseum SNM