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Schutzräume für die Bevölkerung

Jeder und jedem ein Schutzplatz

Schutzbauten werden primär für den Fall des bewaffneten Konflikts erstellt, können aber auch bei Katastrophen und in Notlagen als Notunterkünfte genutzt werden. Der Grundsatz lautet: Jeder Einwohnerin und jedem Einwohner soll ein Platz in einem Schutzraum in der Nähe des Wohnorts zur Verfügung stehen.

Bau neuer Schutzräume

Wenn in einer Gemeinde zu wenig Schutzplätze vorhanden sind, müssen Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer beim Bau von Wohnhäusern Schutzräume erstellen, ausrüsten und unterhalten. Allerdings müssen Schutzräume grundsätzlich nur noch bei grösseren Überbauungen erstellt werden (ab 38 Zimmern bzw. 25 Schutzplätzen). Ausnahmen davon sind in Gemeinden unter 1000 Einwohnern möglich. In Gebieten, in denen zu wenig Schutzräume vorhanden sind, haben die Gemeinden (öffentliche) Schutzräume zu erstellen, auszurüsten und zu unterhalten. Wird beim Hausbau kein Schutzraum erstellt oder ist der Schutzplatzbedarf gedeckt, hat die Hauseigentümerin oder der Hauseigentümer einen Ersatzbeitrag zu entrichten. Dieser ist vor Baubeginn zu entrichten.

Zuständigkeiten und Kostentragung

Die Steuerung des Schutzraumbaus erfolgt durch die Kantone. Der Bund erlässt dazu die notwendigen Weisungen. Die Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer tragen die Kosten für die Erstellung, die Ausrüstung und den Unterhalt der Schutzräume. Die öffentlichen Schutzräume der Gemeinden werden durch die Ersatzbeiträge finanziert. Zudem können die Ersatzbeiträge für die Erneuerung von privaten Schutzräumen und für weitere Zwecke wie die periodische Schutzraumkontrolle verwendet werden.

Ausrüstung der Schutzräume

Die Eigentümer und Eigentümerinnen haben ihre Schutzräume mit dem für einen längeren Schutzraumaufenthalt erforderlichen Material auszurüsten. Die Ausrüstung eines (neuen) Schutzraums beinhaltet Liegestellen und Not-Aborte.

Aufhebung von Schutzräumen

Die Kantone können Schutzräume aufheben, die den Mindestanforderungen nicht mehr entsprechen. Schutzräume, die den Mindestanforderungen entsprechen, können aufgehoben werden, sofern

  • ein Umbau in bestehenden Gebäuden durch den Schutzraum unverhältnismässig erschwert oder verunmöglicht würde;
  • der Schutzraum in einem stark gefährdeten Gebiet liegt,
  • ein Schutzplatzüberangebot besteht;
  • die Erneuerung unverhältnismässig hohe Kosten verursachen würde.

FAQ

Die bekannteste Art von Schutzraum ist der private Schutzraum im Keller von Ein- und Mehrfamilienhäusern. Dieser umfasst in der Regel Schutzplätze für 5 – 50 Personen, je nach Grösse des Hauses. Zudem verfügen viele Gemeinden über grössere öffentliche Schutzräume (z. B. unter Schulhäusern oder Verwaltungsgebäuden). 

Die Kantone sorgen dafür, dass die Betriebsbereitschaft und die Instandhaltung von Schutzräumen, die den Mindestanforderungen entsprechen, periodisch überprüft werden. Die Gebäudeeigentümerinnen und Gebäudeeigentümer sind verpflichtet, die ihnen vorgeschriebenen Massnahmen umzusetzen. Wird die Belegung von Schutzräumen angeordnet, so stellen sie die überzähligen Plätze dem Zivilschutz unentgeltlich zur Verfügung. Ein Schutzraum ist innert fünf Tagen bezugsbereit zu machen.

Eine Bekanntgabe der Zuweisung zu den Schutzräumen erfolgt dann, wenn es die sicherheitspolitische Lage erfordert. Die Kantone bzw. Gemeinden sind angehalten, die Zuweisungsplanung zu führen und regelmässig zu aktualisieren. Wenn Sie wissen möchten, wo sich Ihr Schutzraum befindet, wenden Sie sich bitte an die für den Zivilschutz zuständige Stelle Ihrer Wohnsitzgemeinde oder Ihres Wohnkantons. 

Die Schutzraumzuteilung (Zuweisungsplanung) liegt in der Zuständigkeit der Kantone. Fallweise wird diese Aufgabe an Gemeinden delegiert. Wegen Zu- und Wegzügen, Geburten und Todesfällen, verfügbaren (neuen) Schutzplätzen und weiteren Änderungen erfolgt die Zuweisungsplanung rollend und soll grundsätzlich nicht veröffentlicht werden. Damit soll verhindert werden, dass bei einem Ereignis oder in einer Katastrophe veraltete Planungen zirkulieren, was zu Verunsicherung und Verwirrung führen könnte. Es steht den Gemeinden aber frei, auf Anfrage bereits heute die persönliche Schutzraumzuweisung anzugeben. 

Nein, vorgesehen ist dies nicht: Berechnungsgrundlage für die Schutzraumplanung ist die ständige Wohnbevölkerung (mit einem Aufenthalt im Land von über einem Jahr). Im Ernstfall würde aber natürlich versucht, alle Schutzsuchenden unterzubringen. Heute bestehen grundsätzlich für die gesamte Bevölkerung Schutzplätze, es gibt aber kantonale Unterschiede und örtliche Lücken. Manche Gebiete, gerade auch einige Touristendestinationen, verfügen über einen Deckungsgrad von mehr als 100 Prozent. Zudem entspricht die konkrete Belegung eines Schutzraums nicht unbedingt der Zuweisungsplanung, da bspw. Personen ortsabwesend sind.

Die Eigentümerinnen und Eigentümer eines privaten Schutzraums führen in der Regel einfache Unterhaltsarbeiten durch, z. B. die Reinigung des Schutzraums und des Notausgangs. Wartungsarbeiten an den technischen Einrichtungen selbst dürfen nicht durchführt werden.

Die Eigentümerinnen und Eigentümer von Schutzräumen (in einem Ein- oder Mehrfamilienhaus) sind verpflichtet, Liegestellen und Trockenklosetts für den Schutzraum vor Ort trocken und sauber zu lagern. Die Ausrüstung wurde oder wird bei der Fertigstellung des Schutzraums über die Bauherrschaft oder die Gemeinde organisiert. Die Kosten für die Liegestellen und Trockenklosetts tragen die Eigentümerinnen und Eigentümer des Schutzraums.

Bei grossen Schutzräumen, die von den Gemeinden betrieben werden, sind die Ausrüstungen vor Ort oder an einem anderen geeigneten Ort innerhalb des Areals wo sich der Schutzraum befindet eingelagert. Der Lagerort muss im Schutzraum angegeben sein.

Die Ausrüstung muss vor Ort gelagert werden oder es muss vermerkt sein, wo diese gelagert wird. Schutzräume vor Baujahr 1987 wurden in einigen Kantonen nicht mit Liegestellen und Trockenklosetts nachgerüstet. Diese werden erst bei Bedarf mit den entsprechenden Ausrüstungen versorgt. In Gemeinden mit grossen Schutzräumen wurden Trockenklosetts und Liegestellen auch für kleinere umliegende Schutzräume teilweise zentral beschafft und werden zentral gelagert, die Abgabe an die Betreiber kleinerer Schutzräume erfolgt ebenfalls nur, wenn ein verstärkter Bevölkerungsschutz angeordnet wird. Bei fehlender Ausrüstung empfehlen wir die Gemeinde zu kontaktieren.

Schutzräume sind primär für den Fall eines bewaffneten Konflikts konzipiert. Sie eignen sich aber auch als Notunterkünfte bei anderen Szenarien (z.B. bei einem KKW-Unfall oder einem Erdbeben). Schutzräume müssen der Wirkung moderner Waffen standhalten, d. h. vor allem Schutz gegen ABC-Kampfstoffe und Nahtreffer konventioneller Waffen bieten.

Die Schutzräume werden im Alltag hauptsächlich für andere Zwecke benutzt, z.B. als Kellerräume, Hobbyräume, Lager oder Vereinslokale. Bei Bedarf können sie in kurzer Zeit zum Schutz für die Bevölkerung hergerichtet werden. Die Vorbereitung der Schutzräume, d.h. das Ausräumen und Einrichten, erfolgt aber erst auf Anordnung der Behörden.

Bei einer konkreten Gefahr alarmieren die Behörden die Bevölkerung mittels Sirenen und geben die Verhaltensanweisungen über Radio und Alertswiss durch.

Die Schutzräume sind so ausgelegt, dass sie kürzere oder längere Aufenthalte (wenige Stunden bis mehrere Tage) ermöglichen. Die Bevölkerung sollte in der Lage sein, sich während mehrerer Tage ohne externe Unterstützung verpflegen zu können. Das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) rät deshalb dazu, einen Notvorrat für rund eine Woche zu halten. Zum Notvorrat gehören in erster Linie lagerfähige Lebensmittel und 9 Liter Wasser pro Person sowie die wichtigsten Medikamente. Über diese Zeitspanne hinaus und in besonderen Fällen können die Behörden Nahrungsmittel, Wasser und weitere wichtige Güter verteilen, etwa mit Unterstützung des Zivilschutzes.

Wie Sie in einem Schutzraum Radio empfangen, erfahren Sie hier.

Die Schutzräume sind grundsätzlich nicht dafür konzipiert, auch Haustiere aufzunehmen. Im Einzelfall, abhängig etwa von der Grösse und der Belegung eines Schutzraums und auch der Art des Tieres, ist es aber nicht ausgeschlossen, dass ein Haustier mitgenommen werden kann.

Ja. Grundsätzlich sollte die Bevölkerung in der Lage sein, sich während mehrerer Tage ohne externe Unterstützung verpflegen zu können, auch bei einem Schutzraumbezug. Das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) rät zu einem Notvorrat. Zum Notvorrat gehören in erster Linie lagerfähige Lebensmittel für rund eine Woche und 9 Liter Wasser pro Person. Nicht zu vergessen: die wichtigsten Medikamente. Über diese Zeitspanne hinaus und in besonderen Fällen können die Behörden Nahrungsmittel, Wasser und weitere wichtige Güter verteilen, etwa mit Unterstützung des Zivilschutzes.

Nein, das Kochen mit Spiritus- oder Gaskochern ist in Schutzräumen nicht gestattet. Gründe sind die Feuergefahr und der zusätzliche Sauerstoffverbrauch. 

In der Schweiz gilt der Grundsatz «Jeder Einwohnerin und jedem Einwohner ein Schutzplatz»: In rund 365'000 privaten und öffentlichen Schutzräumen sind gegen 9 Millionen Schutzplätze vorhanden. Dies entspricht einem Deckungsgrad von über 100%, wobei jedoch kantonale, regionale und lokale Unterschiede bestehen. 


Bundesamt für Bevölkerungsschutz BABS Guisanplatz 1B
CH-3003 Bern

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