Die Organisation des Kulturgüterschutzes

Schutz auf allen Ebenen

Im Kulturgüterschutz (KGS) sind alle Ebenen gefordert: Zum einen nehmen Bund, Kantone und Gemeinden ihre Aufgaben wahr, zum anderen setzen sich auch etliche kulturelle Institutionen und Vereinigungen sowie Private für die Erhaltung und den Schutz von Kulturgütern in der Schweiz ein.

Bund: Fachbereich Kulturgüterschutz im BABS

Auf Bundesebene liegt die Federführung beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz BABS. Der Fachbereich Kulturgüterschutz im BABS dient als Anlaufstelle für sämtliche Fragen im Zusammenhang mit dem Haager Abkommen für den Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten von 1954 (HAK). Er ist auch Mitglied des interdepartementalen Komitees für Humanitäres Völkerrecht (HVRK), das Fragen des humanitären Völkerrechts in seiner gesamten Breite behandelt. Zu den Hauptaufgaben des Bundes gehören:

  • Unterstützung und Förderung der Kantone bei der Durchführung der vorgeschriebenen Massnahmen,
  • Erlassen von Departementsverordnungen, Weisungen und Richtlinien,
  • Ausbildung der obersten KGS-Kader im Zivilschutz und des Personals von kulturellen Institutionen,
  • fachliche Unterstützung bei der Erstellung von Sicherstellungsdokumentationen,
  • Ankauf und Einlagerung von Mikrofilmen und fotografischen Sicherheitskopien,
  • Gewähren von Beiträgen beim Bau von Kulturgüterschutzräumen und
  • Information sowie Austausch mit schweizerischen und internationalen Institutionen.

Eidgenössische Kommission für Kulturgüterschutz

Als beratendes Organ steht dem Bund die Eidgenössische Kommission für Kulturgüterschutz zur Seite. Dieses vom Bundesrat eingesetzte Fachgremium besteht aus höchstens 15 Mitgliedern. Eine der Hauptaufgaben der Kommission ist – in enger Zusammenarbeit mit den Kantonen und dem BABS – die Nachführung des Kulturgüterschutzinventars mit Objekten von nationaler und regionaler Bedeutung.

Kantone

Die Kantone sind für den Vollzug zuständig, soweit dies nicht Sache des Bundes ist. Zum Schutz der Kulturgüter treffen sie folgende Massnahmen:

  • Schaffen gesetzlicher Grundlagen auf kantonaler Ebene,
  • Bezeichnen einer kantonalen Stelle für KGS,
  • Inventarisieren der Kulturgüter und Erstellen des Kulturgüterschutzinventars mit Objekten von nationaler und regionaler Bedeutung auf ihrem Gebiet (A-Objekte in Zusammenarbeit mit dem Bund, B-Objekte in eigener Regie),
  • Erarbeiten von Sicherstellungsdokumentationen,
  • Regeln der Organisationsform des KGS in den Gemeinden,
  • Durchführen der Ausbildungskurse für das KGS-Personal sowie
  • Planung und Bau von Kulturgüterschutzräumen.

Gemeinden / Regionen

In den Gemeinden und Regionen werden die Aufgaben des Kulturgüterschutzes von speziell ausgebildetem KGS-Personal ausgeführt, das in der Zivilschutzorganisation eingeteilt ist. Die wichtigsten Aufgaben auf Gemeindestufe sind:

  • Einteilen von geeignetem KGS-Personal,
  • Ausbilden und Schulen des KGS-Personals in Wiederholungskursen,
  • Umsetzung der geplanten Massnahmen bei einem Aufgebot,
  • Erstellen von Kurzdokumentationen für Kulturgüter sowie
  • Prüfen der Umnutzung von Zivilschutzbauten zu Kulturgüterschutzräumen.


Bundesamt für Bevölkerungsschutz BABS Geschäftsbereich Bevölkerungsschutzpolitik
Kulturgüterschutz
Monbijoustrasse 51A
CH-3003 Bern
Tel.
+41 58 462 50 11

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