Leitfaden Kataplan – die kantonale Gefährdungsanalyse

Grundlage für konkrete Arbeiten im Kanton

Für das Bewältigen von Katastrophen und Notlagen sind hauptsächlich die Kantone zuständig. Der Bund regelt grundsätzliche Aspekte des Bevölkerungsschutzes und sorgt für die nötige Koordination. Gemäss Artikel 8 des Bundesgesetzes über den Bevölkerungsschutz und den Zivilschutz (BZG) sorgt der Bund in Zusammenarbeit mit den Kantonen für die Forschung und Entwicklung im Bevölkerungsschutz, insbesondere in den Bereichen der Gefährdungsanalyse und der Bewältigung von Katastrophen und Notlagen.

Eine Gefährdungsanalyse ist Voraussetzung, um die Planung zur Verminderung der festgestellten Risiken, insbesondere mit Massnahmen der Vorsorge, vorzunehmen.

Im Leitfaden „Kataplan“ sind nun die relevanten Grundlagen zusammengefasst, um erstens eine kantonale Gefährdungsanalyse durchzuführen (Teil 1) und zweitens die darauf abgestützte Vorsorge zu planen (Teil 2).

Einheitlicher Rahmen

Mit Kataplan soll erreicht werden, dass die Vorbeugung und die Bewältigung von Katastrophen und Notlagen auch im interkantonalen Verbund zweckmässig geplant werden kann. Dazu ist ein einheitliches Vorgehen zur Ermittlung der Gefährdungen und der daraus resultierenden Risiken erforderlich. Zentrale Grundlage von Kataplanist das Modell des integralen Risikomanagements.

Zielpublikum

Der Leitfaden Kataplanrichtet sich an Verantwortliche des Bevölkerungsschutzes in den Kantonen, welche sich mit der Analyse von Gefährdungen und der Vorsorge für das Bewältigen von Katastrophen und Notlagen befassen.

Kommunikation der Gefährdungsanalyse

Die Information zu den Gefährdungsanalysen leistet einen wichtigen Beitrag , um das Risikobewusstsein der Bevölkerung zu stärken. Die Herausforderung für die Verantwortlichen ist, weder in abstrakte Aussagen auszuweichen noch Panikmache zu betreiben. Gefragt ist, gradlinig und anschaulich aufzuzeigen, welche Gefährdungen vorhanden sind, wie sich der Kanton darauf vorbereitet und wo die Bevölkerung Informationen findet, um sich zu schützen.

Das BABS hat dafür eine Praxishilfe erarbeitet, welche anwendungsorientierte Tipps und Instrumente, um die Kommunikation der Gefährdungsanalyse zu planen und umzusetzen.

Gefährdungsanalyse als Entscheidungshilfe

Die Gefährdungsanalyse ist die Grundlage für politische Entscheide zum Risikomanagement bzw. für die Massnahmenplanung zur Bewältigung von Katastrophen und Notlagen. Mit der Gefährdungsanalyse werden die für den Kanton relevanten Gefährdungen identifiziert und die daraus resultierenden Risiken anhand der Eintretenswahrscheinlichkeit und des Schadenausmasses bewertet. Als Ergebnis entsteht ein differenziertes Bild der Gefährdungen und ihrer Auswirkungen, das beispielsweise in einer Risikomatrix dargestellt werden kann.

Pragmatische Analysemethode

Im ersten Teil des Leitfadens „Kataplan“ ist ein methodisches Vorgehen beschrieben, wie auf Kantonsstufe die Gefährdungslage analysiert werden kann.

Folgende vier Schritte sind erforderlich:

  • Auswählen der relevanten Gefährdungen
    Aus einem generellen Gefährdungskatalog werden die für den Kanton relevanten Gefährdungen zusammengestellt.
  • Erarbeiten spezifischer Szenarien
    Die relevanten Gefährdungen werden mittels Szenarien beschrieben. Das Risiko wird von Experten und Fachstellen eingeschätzt bzw. aufgrund statistischer Daten bemessen.
  • Darstellen der Risiken
    Die ermittelten Risiken werden in einer Risikomatrix dargestellt. Die Matrix bildet eine Grundlage für die Diskussion der Massnahmenplanung.
  • Dokumentieren der Ergebnisse
    Die Gefährdungsanalyse wird in einem Bericht dokumentiert. Der Bericht enthält Empfehlungen für das weitere Vorgehen und das Umsetzen der Ergebnisse.

Hilfsmittel

Im Rahmen von Kataplan wurden Hilfsmittel entwickelt, welche die Analysearbeiten in den Kantonen unterstützen.

Die Dokumente „Betroffene Bereiche“ (Leben + Gesundheit, Hochbauten, Infrastrukturen, Umwelt und Ressourcen) und „Schadensregister – Mögliche Auswirkung pro betroffenen Bereich“ sind Hilfsmittel, mit denen sich Auswirkungen von Gefährdungen auf verschiedene Bereiche und Einsatzkräfte systematisch erfassen lassen. Die Dokument sollen die eigene Analyse unterstützen. Beide Dokumente müssen den Gefährdungen, die analysiert werden, den Gegebenheiten und den eigenen Bedürfnissen angepasst werden. Neue Bereiche und Auswirkungen können hinzugefügt werden, andere können gestrichen werden usw. Die Dokumente werden in MS Word Format angeboten, damit sie von den Nutzern bearbeitet werden können.

Zudem besteht ein Programm, welches die Erarbeitung einer Gefährdungsanalyse und der darauf abgestützten Vorsorge mittels eines geführten Ablaufs erlaubt (www.kataplan-risk.admin.ch).

Fachliche Unterstützung durch das BABS

Auf Wunsch begleitet das BABS die entsprechenden Arbeiten in den Kantonen. Dieses Vorgehen hat sich bewährt, da sich so die Erfahrungen aus anderen Kantonen und des Bundes in Zusammenhang mit Gefährdungsanalysen in die eigene Arbeit integrieren lassen.
 

Mit der Vorsorge werden die Voraussetzungen geschaffen, um Katastrophen und Notlagen möglichst rasch und effizient bewältigen zu können. Eine gut organisierte Vorsorge ermöglicht im Ereignisfall, Schäden zu begrenzen und Auswirkungen zu reduzieren.

Teil 2 des Leitfadens „Kataplan“ behandelt die Methode und das generelle Vorgehen zur Planung von Massnahmen, um die Risiken der untersuchten Gefährdungen zu reduzieren. Dies sind grundsätzlich Massnahmen der Prävention und/oder Massnahmen der Vorsorge.

Massnahmen der Prävention entfalten im Allgemeinen ihre Wirkung vor dem Eintritt eines Ereignisses. Sie sollen Schäden verhindern bzw. das Ausmass reduzieren.
Jene der Vorsorge wirken erst bei oder nach dem Eintritt eines Ereignisses und setzen bei dessen Bewältigung an.

Beide Arten von Massnahmen sind jedoch eng miteinander verbunden und deshalb aufeinander abgestimmt zu betrachten. Die Prävention wird jedoch nur generell angesprochen, da sie nicht in den engeren Zuständigkeitsbereich des Bevölkerungsschutzes fällt.

 


Bundesamt für Bevölkerungsschutz BABS Risikogrundlagen / Forschungskoordination
Monbijoustrasse 51A
CH-3003 Bern
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