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Zürich: Kleine Teams als grosse Hilfe

Im Kanton Zürich unterstützt der Zivilschutz mit grossen Kontingenten das Gesundheitswesen, etwa bei der Triage in den Spitälern und beim Betrieb von Hotlines. Daneben werden kleine Gruppen eingesetzt, um die Verwaltung und Partnerorganisationen punktuell zu unterstützen. Diese "exotischen" Aufgaben unterstreichen die Flexibilität und Vielseitigkeit des Zivilschutzes.

12.05.2020 | Kommunikation BABS

Kurze Wege: Der Zivilschutz hat Einsitz im regionalen Corona-Krisenstab Eulachtal in Hagenbuch (Bild: ZSO Eulachtal).

Über die "orangen Chemiker" wurde mancherorts berichtet: Angehörige der Zivilschutzorganisation Eulachtal helfen in der Kantonsapotheke in Schlieren mit bei der Produktion von Desinfektionsmitteln. Diese Produktion wurde mit Beginn der Krise hochgefahren, als Desinfektionsmittel rasch zur Mangelware wurden. In kleinen Gruppen werden die Zivilschutzangehörigen in erster Linie für das Abfüllen der einzelnen Komponenten eingesetzt. Dank ihrer Hilfe konnte der Ausstoss auf 9000 Liter pro Woche hochgefahren und damit der Nachschub für die Einrichtungen des Zürcher Gesundheitswesens sichergestellt werden.

Ein improvisiertes Mittel der ersten Stunde: Das Coro-Mobil

Bereits vor dem Lockdown stellte sich das Problem, wie positiv getestete oder unter Corona-Verdacht stehende Personen, die keine Spitalpflege benötigten, nach Hause und in die Selbstquarantäne gebracht werden können. Dazu schuf die Zürcher Zivilschutzorganisation, ein Bereich von Schutz & Rettung Zürich, eine rasch verfügbare Lösung mit Zivilschutzfahrzeugen. Der Innenbereich der Fahrzeuge musste vollständig mit Plastik ausgekleidet werden, um die Reinigung zwischen den Einsätzen effizienter zu machen. Neben dem Zivilschutz Zürich standen auch vier Angehörige des Zivilschutzes Dübendorf während einer Woche für diesen besonders emotionalen und nicht einfachen Dienst im Einsatz.

Unterstützung von Krisenstäben und Verwaltungseinheiten

Kleine Kontingente und einzelne Angehörige des Zivilschutzes arbeiten in regionalen oder städtischen Führungsstäben, etwa in Winterthur, in Zürich oder im Eulachtal. Sie führen Protokoll, bereiten die Lage auf und kümmern sich um die Infrastruktur. Auch andere Verwaltungsstellen können auf Hilfe des Zivilschutzes zählen. So wurde ein Zivilschutzangehöriger angefordert, um die Einhaltung der Social-Distancing-Regeln auf der Gemeindeverwaltung in Elgg zu unterstützen. Eine Zivilschutzangehörige aus der Zivilschutzorganisation Limmattal Süd produzierte einen englischen Erklärfilm, den die lokalen Behörden bei der Vermittlung der Verhaltensregeln einsetzen. Weitere Zivilschutzangehörige helfen auf städtischen Amtsstellen, die aufgrund der Situation mit einer Vielzahl von Anfragen oder Gesuchen konfrontiert sind.

Kurze Wege – tatsächlich und auch im übertragenen Sinn

Die Erfahrung zeigt: Auch einzelne Zivilschutzangehörige oder kleine Teams können, an der richtigen Stelle eingesetzt, wesentlich zum Weiterfunktionieren einer Organisation beitragen. Die kantonale und regionale Verankerung sorgt für kurze Wege, und zwar tatsächlich und im übertragenen Sinn, so dass die Zivilschutzangehörigen rasch bereitstehen und nach kurzer Einführung eine Entlastung bringen.