Mit Gefährdungen und Risiken umgehen

Gefährdungen erkennen und beurteilen

Die Schweiz ist immer wieder von Ereignissen und Entwicklungen betroffen, welche die Bevölkerung und ihre Lebensgrundlagen gefährden oder zumindest den Alltag erheblich einschränken. Die Bewältigung von Katastrophen und Notlagen stellt aus heutiger Sicht die grösste Herausforderung für den Schutz der Bevölkerung dar, insbesondere, weil sie aufgrund der zunehmenden Vernetzung der modernen Gesellschaft, der steigenden Verletzlichkeit von Infrastrukturen und der hohen Wertdichte zu immer grösseren Schäden führen. Um diesen Gefährdungen gezielt begegnen zu können, müssen diese und die daraus resultierenden Risiken bekannt sein.

Gefährdungs- und Risikoanalysen

Gefährdungs- und Risikoanalysen bilden die Grundlage zur Massnahmenplanung in den Bereichen Prävention und Vorsorge zur Bewältigung von Katastrophen und Notlagen. Mit den Analysen werden relevante Gefährdungen identifiziert und die daraus resultierenden Risiken anhand der Eintretenswahrscheinlichkeit und des Schadensausmasses bewertet. Als Ergebnis entsteht ein differenziertes Bild der Gefährdungen und ihrer Auswirkungen, das in einer Risikomatrix dargestellt wird.

Integrales Risikomanagement (Abbildung)

Unter integralem Risikomanagement versteht man im Bevölkerungsschutz generell den systematischen Umgang mit Risiken mittels ausgewogener Massnahmen der Vorbeugung, Bewältigung und Regeneration.

Das integrale Risikomanagement im Bevölkerungsschutz umfasst erstens eine Gefährdungsanalyse (1) mit der Identifikation und Beschreibung der für das betrachtete Gebiet als relevant erachteten Gefährdungen sowie der Bewertung ihrer Risiken. Zweitens sind die Risiken hinsichtlich ihrer Tragbarkeit zu beurteilen (2). Drittens sind die Massnahmen zur Verminderung von als nicht akzeptierbar beurteilten Risiken zu planen (3) bzw. gewisse Risiken sind in Kauf zu nehmen.
Beim Eintritt eines Ereignisses greifen die Massnahmen der Vorsorge (4), um das Ereignis möglichst rasch zu bewältigen (5). In der anschliessenden Regeneration (6) erfolgt der Wiederaufbau u.a. auch aufgrund der in der Ereignisauswertung gewonnenen Erkenntnisse.

  • Eine Gefährdung ist ein Ereignis oder eine Entwicklung, welche die Bevölkerung oder ihre Lebensgrundlagen im Eintrittsfall beeinträchtigen.
  • Das Risiko ist ein Mass für die Grösse einer Gefährdung und beinhaltet die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Ereignisses und dessen Schadensausmass. Das Ermitteln von Risiken dient zur Bewertung von Gefährdungen, um diese miteinander vergleichen zu können.

 

Die kreisförmige Darstellung illustriert die verschiedenen Elemente des integralen Risikomanagements und ihre Zusammenhänge.

risikokreis_de
Abb: Kreislauf des integralen Risikomanagement, BABS 2012

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Bundesamt für Bevölkerungsschutz BABS Risikogrundlagen / Forschungskoordination
Monbijoustrasse 51A
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